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ANTRÄGE

Tübingen setzt sich für eine Volksabstimmung über „Stuttgart 21“ ein

Antrag der SPD-Fraktion vom 21.10.2010

Die Universitätsstadt Tübingen appelliert an Landesregierung und Landtag, eine landesweite Volksabstimmung über „Stuttgart 21“ herbeizuführen. Die Vertreter der Stadt setzen sich in überregionalen Gremien wie dem Städtetag Baden-Württemberg für dieses Vorhaben ein.

Begründung:

Tübingen ist betroffen. Tübingen führt im überregionalen Schienennetz ein Schattendasein. Die Frage, wie Tübingen besser angebunden wird und wie Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden kann, ist für Tübingen von zukunftsweisender Bedeutung. Tübingen muss daran gelegen sein, möglichst rasch und verlässlich zu wissen, wie sich die verkehrlichen Beziehungen, die im Streit um Stuttgart 21 diskutiert werden, gestalten. Deshalb ist es geboten alles zu tun, was den derzeitigen Streit beendet und Rechtsfrieden schafft. Trotz bereits gegebener Legitimation des Projektes ist es in der jetzigen Situation sinnvoll, die Entscheidung in einer Volksbefragung herbeizuführen. Auf diesem Wege kann überdies eine Versöhnung der Lager erreicht werden. Auch das ist im Interesse Tübingens.
Weil Tübingen zudem eine Stadt ist, von der aus immer wieder innovative Ideen ausgegangen sind und in der basisdemokratische Traditionen zu Hause sind, ist es gerechtfertigt, ungewöhnliche Wege zu beschreiten und ein Verfahren zu befördern, das für Tübingen und die Region Klarheit schafft.

Kliche-Behnke, Dr. Sökler, Dr. Rosemann
und Fraktion

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AKTUELLES

Bürgerbefragung zur Haushaltskonsolidierung – Pressemitteilung

Die SPD-Gemeinderatsfraktion sieht sich durch Bürgerbefragung zur Haushaltskonsolidierung bestätigt.
Die Beteiligung war erfreulich hoch, die Ergebnisse sind repräsentativ!
Die Leute wollen nicht, dass der Haushalt gegen die Wand gefahren wird.
Bürgerinnen und Bürger bestätigen die Schwerpunkte der SPD: Kinderbetreuung und Schulen.
Fraktion will Bürgeranregungen berücksichtigen.

Die SPD-Fraktion im Tübinger Gemeinderat sieht sich durch die große Beteiligung an der von ihr angeregten Bürgerbefragung, deren Ergebnisse am Montag im Gemeinderat vorgestellt werden, bestätigt. „Der Weg, die Bürgerinnen und Bürger bei der Haushaltskonsolidierung einzubeziehen und nach ihren Vorstellungen zu fragen, hat sich als richtig herausgestellt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Rosemann.
„Wir wissen durch die repräsentative Befragung jetzt, was die Bürgerinnen und Bürger von ihren Kommunalpolitikern in finanziell schwierigen Zeiten erwarten. Es hat sich gelohnt, hierfür Geld zu investieren,“ betonte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Sökler, der den Antrag für eine Bürgerbefragung für die Fraktion in den Gemeinderat eingebracht hatte.
Rosemann und Sökler kündigten an, die Ergebnisse der Bürgerbefragung intensiv in der Fraktion zu diskutieren und bei den Verhandlungen über die Haushaltskonsolidierung zu berücksichtigen. Es sei der Fraktion auch nicht entgangen, dass eine weitere Grundsteuererhöhung bei der Bevölkerung auf nur geringe Gegenliebe stoße, stellt Sökler fest.
Die Bürgerbefragung zeigt aus Sicht der SPD-Fraktion eindeutig, dass die Leute Verständnis für die notwendigen Sparmaßnahmen haben und nicht wollen, dass der städtische Haushalt an die Wand gefahren wird.
In ihren politischen Schwerpunkten sehen sich die Sozialdemokraten durch die Ergebnisse der Bürgerbefragung klar bestätigt. „Bildung und Kinderbetreuung sind aus der Sicht der Bürgerschaft die wichtigsten Themen. Das ist auch die Linie der Tübinger SPD“, so Rosemann abschließend.

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MITTWOCHSPALTEN

Die Stärken nutzen!

MITTWOCHSPALTE VOM 1. SEPTEMBER 2010

Mit der Ferienzeit geht die Sommerpause des Gemeinderats zu Ende. Es wird ernst, die Haushaltsspielräume sind eng. Die SPD stellt sich der Situation auch mit Blick auf die soziale Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generation. Wir wollen unseren Kindern keine Schuldenberge hinterlassen. Wir stellen uns auch der Kritik. Feige sich aus der Verantwortung zu stehlen (wie es die Linke mit frappierender Rücksichtslosigkeit tut), ist nicht unsere Sache, dafür sind wir nicht gewählt.
Jeder Euro, den die Stadt ausgibt, ist von Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet, auch jeder Euro für Zins und Tilgung. Unsere Pflicht ist es, die Mittel verantwortungsbewusstl einzusetzen. Klar, für die SPD stehen Bildung, Betreuung und Teilhabe vorn. Andere haben andere Schwerpunkte. Völlig in Ordnung. Aber von nichts kommt nichts. Das wirtschaftlich schwache Tübingen muss seine Stärken ausbauen. Da ist das Agieren der CDU (bis hin zu UFW und W.U.T.) dann doch seltsam. Man denkt, dort sei das Engagement für Wirtschaft, Handel und Gewerbe besonders ausgeprägt. Fehlanzeige. Neulich ein Termin für die Reutlinger und Tübinger Gemeinderäte. Die Städte haben eingeladen. OB Bosch, OB Palmer, Firmengründer. Zu der ausgezeichneten Veranstaltung der Technologieförderung RT-TÜ kommen aus Tübingen fünf Vertreter der SPD, von der doppelt so starken AL-Fraktion immerhin zwei. Alle anderen Fraktionen glänzen durch Abwesenheit. Man wundert sich.
Treppe Mühlstraße. Tübingen macht Punkte durch Lage und Stadtbild, zieht Gäste an, die Geld da lassen. Die Attraktivität der Stadt ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann, auch mit Blick auf den städtischen Haushalt. Gelungen die Aufwertung der Mühlstraße. Die Schlie¬ßung der Lücke mit einer Treppe samt Erschließung des vernachlässigten Grünzugs (und nur des Grünzugs!) oberhalb der Mauer setzt einen neuen Akzent. Ziel: Stadtbildpflege, Tourismusförderung. Die CDU will nicht, sie will die Wunde möglichst lange offen halten. Opportunismus? Will man dem OB die Suppe versalzen? – Sehr merkwürdig auch die (teuren) Aufzugswünsche. Warum dem Handel doch irgendwie verpflichtete Fraktionen die Leute möglichst rasch an der Einkaufsstraße Neckargasse vorbei auf den Schulberg katapultieren wollen, verstehe wer will. Man wundert sich. Und schafft weiter. Für die Stadt.

Klaus te Wildt
SPD-Fraktion

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MITTWOCHSPALTEN

Von Mesut Özil zum Tübinger Migrationsbeirat

MITTWOCHSPALTE VOM 30. JUNI 2010

Auch ich gehöre zu denen, die zurzeit kaum ein Spiel verpassen (es sei denn Gemeinderatssitzungen hindern mich daran). Ich mag die Stimmung, die während der Fußball-Weltmeisterschaft in Tübingen herrscht, auch wenn die Vuvuzelas auf die Nerven gehen. Die meisten Spiele sehe ich zu Hause mit Familie und mit Freunden, ab und zu aber auch beim Public Viewing. Es ist gut, dass die Möglichkeiten dazu in Tübingen gegeben sind, dass Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen gemeinsam die WM verfolgen und zusammen feiern können.
Ich würde mich freuen, wenn Deutschland Weltmeister wird. Das wäre dann Spielern wie Mesut Özil, Cacau, Sami Khedira, Mario Gomez, Lukas Podolski, Jerome Boateng und anderen zu verdanken. 50 Prozent der Nationalspieler haben einen Migrationshintergrund. Das allein zeigt, dass wir auf die vielen Migrantinnen und Migranten in diesem Land angewiesen sind und dass Sport ein wichtiger Schlüssel für gelingende Integration ist.
Das gilt auch für unsere Stadt, in der sich viele Menschen mit Migrationshintergrund in Vereinen einbringen. An diese Erfahrung müssen wir anknüpfen. Integration ist eine Zukunftsaufgabe, die sich durch so viele kommunalpolitische Felder zieht, und es gibt noch viel zu tun. Denn leider bleiben auch in Tübingen, wo ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner eine Zuwanderungsgeschichte aufweist, noch vielen Kindern und Erwachsenen entscheidende Chancen verwehrt – trotz wegweisender Initiativen beispielsweise in den Kindergärten oder Schulen.
Die SPD und andere Fraktionen setzen sich deshalb dafür ein, einen Integrationsbeirat einzurichten, der die Integrationsbeauftragte bei ihrer Arbeit unterstützt und berät, Probleme erkennt und Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Diesem Integrationsbeirat sollen Vertreterinnen und Vertreter der Migrantenvereine ebenso angehören wie Mitglieder des Gemeinderats. Unseres Erachtens bedarf es verbindlicher Strukturen, in denen sich möglichst viele Tübinger Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund wiederfinden. Daher stehen wir manchen Vorschlägen der Verwaltung kritisch gegenüber: So lehnen wir einen Fachbeirat Gleichstellung und Integration nach dem Vorbild des Gestaltungsbeirates ab. Für eine erfolgreiche Integrationspolitik brauchen wir weniger Personen mit Kenntnissen aktueller Entwicklungen in der Forschung als vielmehr engagierte Tübingerinnen und Tübinger, die sich vor Ort in Vereinen, Schulen und Initiativen für Integration einsetzen. Es geht um handfeste Integrationsarbeit – die können wir nicht allein der Fußballnationalmannschaft der Männer überlassen.

Dorothea Kliche-Behnke
SPD-Fraktion

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ANTRÄGE

Die Weststadt entlasten!

Antrag der SPD-Fraktion vom 09. Mai 2010
Entlastung der Weststadt

Die Verwaltung startet ein Maßnahmepaket zur verkehrlichen Entlastung der Weststadt. Insbesondere werden Maßnahmen getroffen, Einpendlerströme des MIV aus dem Ammertal und aus dem Steinlachtal, die die Kliniken (Berg und Tal) und Institute auf dem Schnarrenberg, auf der Morgenstelle und auf angrenzenden Arealen zum Ziel haben, über den Hagellocher Weg zu leiten.

Die SPD-Fraktion macht dazu folgende Vorschläge und bittet die Verwaltung um Umsetzung und gegebenenfalls um Stellungnahme.

1. Erhebung der Zahlen in Zusammenarbeit mit der Universität und dem UKT. Von wo pendeln die Beschäftigten der o.a. Einrichtungen ein? Um wie viele Personen handelt es sich? Gibt es Erkenntnisse über Fahrgemeinschaften?

2. Verkehrszählung. Wie groß ist der Verkehr zu den arbeitszeitrelevanten Stunden auf dem Hagellocher Weg und auf den einschlägigen Straßen der Weststadt?

3. Es wird eine eindeutige, frühzeitige, wenn es geht gestaffelte Beschilderung, mit werbendem Charakter an den Einfallstraßen etabliert, die auf Rücksichtnahme und Entlastung der Weststadt und auf die Zufahrt über den Hagellocher Weg hinweisen.

4. Es werden energische Anstrengungen unternommen, zu einer Linksabbieger-Verkehrsführung am sogenannten Aldi-Knoten zu kommen. Es muss den Einpendlern aus dem Ammertal auch psychologisch leicht gemacht werden, ihre Ziele über die Nord-West-Schleife anzufahren; der Richtungswechsel am Knoten beim Handwerkerpark ist weder einladend noch sinnfällig.

5. Die Verwaltung startet eine Werbekampagne für die Wegführung über den Hagellocher Weg. In dieser Kampagne wird zugleich an die Bereitschaft zur Rücksichtnahme appelliert.
Die Verwaltung schaltet in diesem Zusammenhang über einen gewissen Zeitraum, ggfls. auch wiederholt, Anzeigen, u. a. in den Mitteilungsblättern der Gemeinden und Teilorte, aus denen der Quellverkehr stammt. Auf die Problematik und auf die alternative Wegführung wäre über einen gewissen Zeitraum ferner in den einschlägigen Medien aufmerksam zu machen (Presse, Lokale Radiostationen, rtf).

Begründung:

Die Weststadt führt in der Stadtentwicklung ein Schattendasein. Maßnahmen, die einer Aufwer¬tung dieses Stadtviertels dienen könnten, werden anders als in anderen Quartie¬ren nicht einmal im Entwurf angedacht. Es gibt lediglich Nachverdichtungsvorhaben, die zusätzliche Lasten für die Weststadt mit sich bringen. Das betrifft vor allem den Straßenverkehr. Die hohe Belastung ist bekannt, sie darf nicht immer wieder heruntergespielt werden. Ebenso wenig dürfen Entlastungen anderer Stadtbezirke auf Kosten der Weststadt erfolgen.
Es wird nicht verkannt, dass die Möglichkeiten für eine verkehrliche Entlastung begrenzt sind. Was aber zur Entlastung getan werden kann, sollte auch energisch betrieben werden. Zu den Möglichkeiten, die Weststadt zu entlasten, gehört bekanntermaßen die Umlenkung (nicht nur) des Pendlerverkehrs insbesondere zu den Kliniken über den Hagellocher Weg. Diese Wegführung scheint von den Einpendlern überwiegend ignoriert zu werden. So weit dies möglich ist, sollte der Pendlerverkehr aber aus dem Kerngebiet der Weststadt ferngehalten werden. Dies kann nur zum Teil durch verkehrsrechtliche Maßnahmen bewirkt werden. Deshalb muss in den Quell-Gemeinden und bei Einpendlern eine werbende Kampagne ansetzen.

Für die SPD-Fraktion

Klaus te Wildt

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AKTUELLES

Für den Schulversuch an der Französische Schule in Tübingen – Offener Protestbrief

Die Fraktionen von AL / Grüne und SPD im Tübinger Gemeinderat haben am 5. Mai 2010 den folgenden Protestbrief an die Ministerin für Kultus, Jugend & Sport des Landes Baden-Württemberg, Frau Prof. Dr. Marion Schick gerichtet:

Sehr geehrte Frau Ministerin Prof. Dr. Schick,

mit Bedauern aber auch mit Unverständnis haben die Fraktionen von AL/Grüne und SPD im Tübinger Gemeinderat die Ablehnung des Schulversuchs an der Französischen Schule durch das Kultusministerium Baden-Württemberg zur Kenntnis genommen. Mit dieser Ablehnung entscheiden Sie sich aus unserer Sicht gegen ein innovatives, zukunftsweisendes Schulprojekt, wie es etwa in den skandinavischen Ländern mit großem Erfolg betrieben wird. Sie entscheiden sich aber auch gegen den mit viel Engagement vorgetragenen Willen der Elternschaft und gegen die große Mehrheit des Tübinger Gemeinderats.

Die Französische Schule in Tübingen zeichnet sich als verbindliche Ganztagesschule durch ein überzeugendes, integratives Lernkonzept aus. Schülerinnen und Schüler werden z.B. zur Übernahme von Verantwortung in der Klassen- und Schulgemeinschaft durch Kinderräte und Schulversammlung ermutigt. Es gibt jahrgangsübergreifende Lerngruppen, die zu besseren fachlichen Ergebnissen und einer höheren Sozialkompetenz führen. Die Schülerinnen und Schüler werden individuell gefördert und verbleiben bis Klasse 10 im gemeinsamen Klassenverbund.

Entgegen Ihrem Schreiben vom 24. März basiert der Bildungsplan auf den baden-württembergischen Bildungsstandards von Hauptschule, Realschule und Gymnasium. In der Geschwister-Scholl-Schule wird im aktuellen Schuljahr 2009/2010 ein Schulversuch („Erweiterte Kooperation“) durchgeführt. Uns will deshalb nicht einleuchten, warum ein weiterer Schulversuch in der Französischen Schule nicht genehmigungsfähig sein soll. Und entgegen Ihrer Einschätzung ist der Bedarf in Tübingen an derartigen integrativen Schulkonzepten keineswegs befriedigt. Die hohe Nachfrage zeigt, dass sehr viele Eltern ein solches Angebot sehr gerne nutzen würden. Mit Ihrer Entscheidung sprechen Sie sich also gegen den deutlich artikulierten Elternwillen aus. Unseres Erachtens handelt es sich bei den Konzeptionen der Geschwister-Scholl-Schule und der Französischen Schule um zwei unabhängige Modelle, die beide beispielgebend über Tübingen hinaus zum Vorteil unseres Landes Bedeutung erlangen könnten.

Sie sprechen sich schließlich mit Ihrer Ablehnung gegen die deutliche Mehrheit des Tübinger Gemeinderats aus. Wir wollen mit dem Hinweis auf diese Entscheidung noch einmal deutlich machen, welch hohen Stellenwert die Durchführung des Schulversuchs an der Französischen Schule im Tübinger Gemeinderat hat. Tübingen ist Bildungsstandort. Wo, wenn nicht hier, sollen neue Entwürfe erprobt werden. – Attempto! – Das war der Wahlspruch des Gründers unserer Universität, Graf Eberhard.

Für Grüne und SPD zeigt die Entscheidung des Kultusministeriums, dass die enge Auslegung des Schulgesetzes aus nicht mehr zeitgemäßen, gleichsam ideologischen Gründen vorgenommen wurde. Wir sehen ein schon verwunderliches Festhalten an alten, starren Mustern. Uns geht es um Inhalte, um das offene Prüfen innovativer und dazu bereits seit Jahren erfolgreich angewandter Konzepte. Wir wollen längeres gemeinsames, ganzheitliches Lernen. Wir wollen nicht, dass Kinder frühzeitig sortiert werden.

Wir bitten Sie mit großem Nachdruck, den Antrag auf Genehmigung eines Schulversuches an der Französischen Schule erneut zu prüfen und verbleiben

mit freundlichen Grüßen.

Ulrike Baumgärtner
(AL/ Grüne-Fraktion)

Dr. Martin Rosemann
(SPD-Fraktion)

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MITTWOCHSPALTEN

Bürgerbeteiligung – Wir machen Ernst!

MITTWOCHSPALTE VOM 28. APRIL 2010

„Transparente Verfahren und Bürgerbeteiligung sind ein zentrales Anliegen der SPD. Wir wollen neue Formen erproben und auf den Weg bringen.“ So das Kommunalwahlprogramm 2009 der SPD. Jetzt dürfen Sie uns beim Wort nehmen.

Stichwort Finanzen:
Schon die Haushaltsberatung 2010 war keine vergnügungssteuer- pflichtige Veranstaltung. Doch es kommen noch härtere Zeiten. Bis zum Sommer erarbeitet die Verwaltung Vorschläge für Einsparungen in Höhe von 10 % in den Ämterbudgets mit einem Gesamtvolumen von mehr als 6 Millionen Euro. Wir werden mit Vorschlägen zu spürbaren Leistungseinschränkungen und auch zu einem Stellenabbau konfrontiert werden. Die Tübinger SPD-Fraktion will die Diskussion darüber nicht allein im Ge¬meinderat führen. Deshalb haben wir die Begleitung durch eine intensive, wirksame Bürger¬beteiligung beantragt. Ein Palmer-Powerpoint-Abend reicht sicher nicht aus. Der Weg zum Bürgerhaushalt kann durch eine repräsentative Befragung oder durch ein Internet-basiertes Verfahren begonnen werden, wie die Bei¬spiele anderer Kommunen zeigen. So legte die Stadt Solingen im März über 100 Sparvorschläge zur Bewertung und Kommentierung vor. 3566 Solinger Bürgerinnen und Bürger (> 2 % der Einwohner) beteiligten sich an dem Verfahren (nachzulesen unter www.solingen-spart.de).

Stichwort Innenentwicklung:
Das Prinzip, vorrangig innerörtliche Brachen und Baulü¬cken zu bebauen ist richtig. Das kann aber nicht willkürlich vonstatten gehen. Die SPD hat deshalb die Verwaltung aufgefordert, Richtlinien für diesen Prozess zu erarbeiten. Quartiere müssen ihren Charakter bewahren können, Anwohner bei Veränderungen beteiligt werden. Beispiel Gartenstraße: Wir wollen, dass ein kontinuierlich arbeitendes Beteiligungsforum für die zahlreichen Projekte in diesem Quartier eingerichtet wird.

Stichwort Campus / Wilhelmstraße:
Hier standen sich Universität und BI mit konträren Positionen gegenüber. Wir hoffen, dass mit der auf unseren Antrag jetzt eingerichtete Planungswerkstatt ein geordnetes, akzeptiertes Verfahren und nach Möglichkeit eine Verständigung gelingt.

Bürgerbeteiligung ist kein Ersatz für Politik. Aber gerade in der Kommunalpolitik, wo Entscheidungen für alle direkt erlebbar sind, sollten Gemeinderat und Bürgerschaft wichtige politische Fragen gemeinsam diskutieren. Wir Tübinger Sozialdemokraten wollen den Weg dafür freimachen und sind gespannt auf Ihre Ideen. Machen Sie mit!

Dr. Martin Sökler

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ANTRÄGE

Die Bürgerinnen und Bürger beteiligen!

Antrag der SPD-Fraktion vom 07. April 2010

Bürgerbeteiligung bei der Haushaltskonsolidierung

Der anstehende Haushaltskonsolidierungsprozess wird durch eine intensivierte Bürgerbeteiligung begleitet. Insbesondere prüft die Verwaltung eine Internet-basierte Bürgerbeteiligung. Dabei sollten parallel zu den Diskussionen im Gemeinderat die bis zum Frühsommer von der Verwaltung zu erarbeitenden Konsolidierungsmaßnahmen auf einer Internetplattform vorgestellt und diskutiert werden.

Begründung:

Die Haushaltskonsolidierung wird nach heutiger Kenntnis erhebliche weitere Sparanstrengungen erfordern, die nicht ohne Folgen für die Angebote und Infrastruktur der Stadt auf der einen und die Höhe der Steuern und Gebühren auf der anderen Seite bleiben. Bei der Prüfung, Gewichtung und Hierarchisierung der Sparvorschläge ist eine Bürgerbeteiligung unerlässlich. Auch kann durch eine erweiterte Bürgerbeteiligung das Bewusstsein für die schwierige Finanzlage in der Bürgerschaft gestärkt werden.

Andere Kommunen haben ähnliche Probleme. Die Stadt Solingen hat eine Online-Plattform (www.solingen-spart.de) als Beteiligungsinstrument geschaffen. Ein ähnliches Instrument sollte auch für den Tübinger Prozeß entwickelt werden.

Für die SPD-Fraktion

Dr. Martin Sökler

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AKTUELLES

Soziale und ehrliche Antworten in der Krise!

Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Martin Rosemann vom 1. März 2010

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Finanzausstattung unserer Städte und Gemeinden steht in keinem Verhältnis zu den wichtigen und notwendigen kommunalen Leistungen. Was für die Kommunen generell gilt, gilt für Tübingen in besonderem Maße: Unsere Stadt ist strukturell unterfinanziert. Dies wird durch die Wirtschaftskrise und die Steuersenkungspolitik der neuen Bundesregierung zusätzlich verschärft.
Gegenüber den Erwartungen, die wir noch vor einem Jahr hatten, verschlechtert sich die städtische Finanzlage in den nächsten vier Jahren um insgesamt 100 Millionen (!!!) Euro.

Mit dem Haushalt 2010 hat die Verwaltung bereits gespart und sieht Steuer- und Gebührenerhöhungen vor. Dennoch liegen die laufenden Ausgaben weit über den laufenden Einnahmen. Das gilt in noch dramatischerer Form auch für die Folgejahre.
Werden keine weiteren Sparanstrengungen unternommen, müssten in den nächsten vier Jahren rund 65 Millionen Euro an zusätzlichen Krediten aufgenommen werden. Ende 2013 hätte sich die Verschuldung nahezu vervierfacht.

Natürlich werden wir nicht ohne neue Schulden durch die Krise kommen. Aber unabhängig davon, wie wir Schulden ideologisch bewerten, ist die Kreditaufnahme durch das begrenzt, was wir uns an laufenden Belastungen durch Tilgung und Zins leisten können.
Der mit einem Schuldenstand von 86 Millionen verbundene jährliche Schuldendienst von über fünf Millionen Euro ist dies bei weitem nicht. Dieser Betrag ist vom Haushalt der Stadt Tübingen nicht mal in sehr guten Jahren aufzubringen.

Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass mit Ausnahme der so genannten LINKEn alle Fraktionen Konsolidierungsvorschläge gemacht haben.
Die Globale-Mehrausgaben-Politik der LINKEn ist ungefähr so, wie wenn ich im Gasthaus eine Runde nach der anderen schmeiße und mich aus dem Staub mache, wenn es ans Zahlen geht.

Aber auch zwischen den anderen Fraktionen gibt es deutliche Unterschiede.
Die SPD steht in Bund, Land und Kommunen für den handlungsfähigen Staat, der für sozialen Ausgleich sorgt und eine leistungsfähige soziale Infrastruktur sicherstellt.

• Die SPD-Gemeinderatsfraktion steht für Tübingen als soziale Stadt.

• Bildung und Betreuung haben für uns Vorrang. Tübingen steht bei der Kleinkindbetreuung an der Spitze aller baden-württembergischen Städte und Gemeinden. Ein Zurück kann und darf es hier nicht geben.

• Haushaltskonsolidierung darf nicht einseitig auf dem Rücken der städtischen Beschäftigten gemacht werden. Städtische Dienstleistungen wollen wir auch in den Teilorten und Stadtteilen erhalten.

• Wir wollen, dass die Stadt auch in den kommenden Jahren handlungsfähig bleibt. Die durch Zins und Tilgung gebundenen laufenden Ausgaben müssen finanzierbar bleiben.

Unser Ziel ist es daher, die zusätzliche Kreditaufnahme in den nächsten vier Jahren wenigstens auf 35 Millionen Euro zu begrenzen. Dies macht eine jährliche Haushaltsverbesserung von rund zehn Mil¬lionen Euro in den Jahren 2011 bis 2013 erforderlich.

Wir machen hierzu folgende Vorschläge:

1. Wir erkennen die bisherigen Konsolidierungsbemühungen der Verwaltung ausdrücklich an. Dennoch fordern wir die Verwaltung auf, die Ämterbudgets weiter zu durchforsten. Wir gehen davon aus, dass hierdurch ungefähr 5 Millionen Euro Einsparungen erreicht werden können und müssen. Für 2010 muss in einem ersten Schritt eine globale Minderausgabe von 500.000 Euro erwirtschaftet werden.

2. Erwarten müssen wir auch einen Konsolidierungsbeitrag der städtischen Eigenbetriebe und Gesellschaften von jährlich insgesamt einer Million Euro.

3. Wir halten am Ziel einer bedarfsgerechten Kinderbetreuung im Kleinkindbereich fest. Allerdings wird sich der Ausbau nicht im Tempo der vergangenen Jahre fortsetzen lassen.
Am dringendsten ist der Bedarf in Lustnau. Dem wollen wir mit insgesamt 40 weiteren Plätzen auf dem Herrlesberg und in der Kirchplatzschule in den nächsten beiden Kindergartenjahren Rechnung tragen.
In Anbetracht der dramatischen Finanzlage sehen wir die Notwendigkeit, die zusätzlichen Plätze durch die Anpassung der Betreuungsschlüssel sowie einen optimierten Einsatz des Personals zu finanzieren.
Zudem muss geprüft werden, ob hier darüber hinaus ein Konsolidierungsbeitrag erwirtschaftet werden kann.

4. In Ansehung der schwierigen Finanzlage tragen wir die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen mit.
Eine Erhöhung der Gebühren in Kindertagesstätten um 10 Prozent ist den Eltern auch mit Blick auf die notwendige Planungssicherheit aber nicht zuzumuten. Wir schlagen deshalb für das Kindergartenjahr 2010/11 eine Gebührenerhöhung von 5 Prozent vor. Darüber hinaus wollen wir die Gebührenerhöhungen mit strukturellen Veränderungen zugunsten finanzschwächerer und größerer Familien verbinden.

5. Tübingens reiche und qualitativ hochwertige soziale und kulturelle Infrastruktur ist für uns ein hohes Gut. Dies wollen wir erhalten. Dennoch müssen wir in dieser dramatischen Finanzlage einen Beitrag der Zuschussempfänger für den Konsolidierungsprozess verlangen. Insgesamt wollen wir die städtischen Zuschüsse damit in den nächsten vier Jahren um rund fünf Prozent reduzieren.

Zuschusskürzungen mit der Rasenmähermethode halten wir dabei nicht für den richtigen Weg, weil die Zuschussempfänger davon immer in unterschiedlichem Maße betroffen wären. Manche wären gar in ihrer Existenz gefährdet.

Wir gehen davon aus, dass durch die genannten Maßnahmen Einsparungen in einer Größenordnung von 6,5 bis 7 Millionen Euro jährlich zu erreichen sind.
Einerseits ist dieser Betrag bereits ungemein ambitioniert. Andererseits reicht er aber nicht aus, um die notwendige jährliche Konsolidierung von rund 10 Millionen Euro zu erreichen.
Ohne weitere Verbesserungen auf der Einnahmenseite wird es daher nicht gehen. Für größere Einnahmeverbesserungen kommen jedoch nur Grund- und Gewerbesteuer in Frage.
Wir wissen, dass die Grundsteuer alle trifft, auch die Mieterinnen und Mieter und unsere Handwerksbetriebe. Wenn wir aber abwägen, ob wir einen durchschnittlichen Hausbesitzer mit fünf bis zehn Euro monatlich mehr belasten müssen oder im Gegenzug Plätze in Kindertagesstätten, das Uhlandbad oder die Rathäuser in den Teilorten schließen müssen, entscheiden wir uns für Ersteres.
Steuererhöhungen für alle sind zudem gerechter als dramatische Gebührenerhöhungen für diejenigen, die auf einen Platz in der Kita angewiesen sind.
Wenn die Unternehmen von Seiten der Bundesregierung entlastet werden, muss auch über eine moderate Anhebung der Gewerbesteuer ab 2011 nachgedacht werden.

Die Alternative zu dieser Politik wäre eine Konsolidierung über den Vermögenshaushalt: Verscherbeln von Tafelsilber oder Verschieben dringend notwendiger Investitionen.
Für eine solche Politik des kurzfristigen Denkens und Handelns steht die SPD nicht zur Verfügung.
Notwendiger Schulraum muss auch in Zeiten knappen Geldes geschaffen werden.

Die Konsolidierung muss also über die laufenden Ausgaben und Einnahmen erfolgen.
Bildung und Betreuung haben für uns Vorrang vor dem Stadtumbau. Dennoch sehen wir nach wie vor, dass die Entwicklung des Europaplatzes ein für die Stadt in vielerlei Hinsicht wichtiges Projekt ist. Die Stadt wird sich den Umbau des Europaplatzes jedoch nur leisten können, wenn er für sie wirtschaftlich ist. Die Änderung der Verkehrsführung am Zinser-Dreieck ist ausschließlich im Zusammenhang mit der Entwicklung des Europaplatzes zu sehen.

Nun noch ein paar Worte zum Haushalt 2010 und zu den anstehenden Haushaltsverhandlungen:

1. Die größten Einsparungen werden wir erst im Laufe des Jahres 2010 auf den Weg bringen. Dies gilt insbesondere auch für strukturelle Veränderungen. Vieles wird in Ruhe – auch mit den Bürgerinnen und Bürgern – zu diskutieren sein. Dennoch ist unser Wunsch, bereits mit dem Haushalt 2010 erste Vorgaben für den weiteren Konsolidierungsprozess zu machen.

2. Entsprechend ist es unser Ziel, möglichst viel an konkreten Einsparungen bereits im Haushalt 2010 zu verankern. Neben der bereits angesprochenen globalen Minderausgabe haben wir kleinere Einsparvorschläge gemacht. Auch für viele der von anderen Fraktionen gemachten Vorschläge sind wir offen.

3. Allerdings muss allen Beteiligten klar sein, dass mit Blick auf die kommenden Jahre die Realisierung von Sparvorschlägen nicht dafür verwendet werden kann, um auf die von der Verwaltung beantragte Grundsteuererhöhung zu verzichten. Vielmehr stellen sie erste Schritte auf dem Weg der mittelfristigen Konsolidierung dar.

4. Die restriktive Übertragung von Haushaltsresten – wie von der Verwaltung vorgeschlagen – tragen wir grundsätzlich mit. Allerdings wollen wir an wenigen Stellen andere Prioritäten setzen: Statt dem Umbau des Sitzungssaals und dem Parkleitsystem wollen wir im Sinne der barrierefreien Stadt den Aufzug im Hagellocher Rathaus realisieren.

5. Wie andere Fraktionen auch, beschränken wir uns bei den beantragten Mehrausgaben. Unsere zentralen Anliegen bleiben aber die Kinderbetreuung in Lustnau und die offene Jugendarbeit in Derendingen. Alle damit verbundenen Mehrausgaben sind durch Sparvorschläge jenseits der globalen Minderausgabe gegenfinanziert. Außerdem wollen wir das Holderfeld wie versprochen realisieren.

6. Nicht bereit sind wir für eine Spar-Politik auf Kosten wichtiger sozialer Standards. Das gilt auch für die Subventionierung des Essens in Schulen und Kindertagesstätten.

Unser Anspruch ist, den Konsolidierungsprozess gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ehrlich zu führen. Wir werden daher keine falschen Versprechungen machen.

Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Anstrengung und die Solidarität aller.

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MITTWOCHSPALTEN

Die Zukunft sichern

MITTWOCHSPALTE VOM 24. FEBRUAR 2010

Früheren Erwartungen entgegen wird sich die Finanzlage unserer Stadt in den nächsten Jahren um insgesamt 100 Millionen verschlechtern. Wesentlich geht dies auch auf die unverantwortliche Steuersenkungspolitik der neuen Bundesregierung zurück.

Im Haushaltsentwurf für 2010 liegen die laufenden Ausgaben um mehr als 5,5 Mio. € über den laufenden Einnahmen – trotz Einsparungen und trotz der Ansätze für erhöhte Gebühren und für eine höhere Grundsteuer. Auch in den folgenden Jahren können die laufenden Ausgaben bei Weitem nicht durch die laufenden Einnahmen gedeckt werden.

Werden keine weiteren Sparanstrengungen unternommen, müssten in den nächsten vier Jahren zusätzlich Schulden in Höhe von 65 Millionen € gemacht werden. Ein damit verbundener Schuldendienst von jährlich über 5 Mio. € kann vom städtischen Haushalt auch in sehr guten Jahren nicht erbracht werden.

Vor uns liegt ein Konsolidierungsprozess von nie gekanntem Ausmaß. Unverantwortbare Versprechungen sind fehl am Platz. Es ist gut, dass mit Ausnahme der so genannten Linken alle Ratsfraktionen hierzu Vorschläge gemacht haben. Es gibt aber deutliche Unterschiede!

CDU, FDP und WUT wollen bei den Investitionen sparen. Das ist unverantwortlich. Der dringend notwendige Schulraum muss auch in Zeiten knappen Geldes geschaffen werden. AL/Grüne wollen beim Radwegebau zulegen und dafür bei der Förderung des Schulessens sparen. Das ist unsozial, die SPD wird da nicht mitmachen.

Für uns gilt, dass Einsparungen zunächst dort erfolgen müssen, wo sie durch Effizienzsteigerung innerhalb der Verwaltung zu erreichen sind. Wir fordern die Verwaltung auf, die Ämterbudgets weiter zu durchforsten. Auch von den städtischen Eigenbetrieben und Gesellschaften erwarten wir einen Konsolidierungsbeitrag.

Der bedarfsgerechte Ausbau der Kleinkindbetreuung wird sich nicht im Tempo der vergangenen Jahre fortsetzen lassen. Zusätzliche Plätze werden wir nur durch die Anpassung der Betreuungsschlüssel sowie einen optimierten Einsatz des Personals finanzieren können.

Tübingens soziale und kulturelle Infrastruktur ist ein hohes Gut. Dies wollen wir erhalten. Dennoch müssen wir den Zuschussempfängern in der dramatischen Finanzlage einen Beitrag für den Konsolidierungsprozess zumuten. Kürzungen nach der Rasenmähermethode lehnen wir freilich ab, die Empfänger wären davon in unterschiedlichem Maße betroffen, manche wären gar in ihrer Existenz gefährdet.

Eine höhere Grundsteuer trifft alle, auch Mieter und Betriebe. Wir wollen aber Kindertagesstätten, Rathäuser in den Teilorten oder Bäder nicht schließen. Wir wägen ab und halten es letztlich für vertretbar, einen durchschnittlichen Hausbesitzer mit 5 bis 10 Euro monatlich mehr zu belasten.
Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Anstrengung und die Solidarität aller.

Dr. Martin Rosemann, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion