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ANTRÄGE

Besucherparkkarten

Antrag der SPD-Fraktion

Besucherparkkarten in Gebieten für Anwohnerparken

Die Verwaltung prüft, ob und ggf. wie Besucherparkkarten in Gebieten für Anwohnerparken ausgegeben werden können. Nach dem Vorbild anderer Städte, beispielweise Heidelberg, sollen BewohnerInnen, die grundsätzlich einen Anspruch auf die Nutzung von Anwohnerparkplätzen haben, die Möglichkeit erhalten für ihren auswärtigen Besuch in begrenztem Umfang Besucherparkkarten zu erhalten.

Begründung:
Es soll mit wenig Aufwand sichergestellt werden, dass auch AnwohnerInnen der Innenstadt ihrem Besuch bei ein- bis zweitägigen Aufenthalten in Tübingen einen Parkplatz anbieten können. Die Anzahl der ausgegebenen Besucherparkkarten pro AnwohnerIn kann begrenzt werden.

Für die SPD-Fraktion

Martin Rosemann

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AKTUELLES

Ja zum Technologiepark!

Die SPD-Fraktion bedauert, dass das Unternehmen Boehringer Ingelheim den Plan für die Einrichtung eines Forschungszentrums auf dem Gelände des Tübinger Technologieparks aufgegeben hat. Natürlich waren noch Fragen zu klären, die Vorbereitungen für gründliche Informationen und öffentliche Diskussionen waren weit fortgeschritten. Das Unternehmen sah aber in Ansehung der öffentlichen Auseinandersetzung um das Projekt insbesondere auch in den lokalen Medien die Voraussetzungen für eine verlässliche Planung nicht mehr als gegeben an.

Die SPD-Fraktion stand dem Projekt mit so gut wie allen anderen Fraktionen des Gemeinderats sehr aufgeschlossen gegenüber. Dass ein Forschungszentrum für Tierimpfstoffe nur dann Zustimmung hätte finden können, wenn alle Sicherheitsstandards eingehalten würden, war bei alledem eine bare Selbstverständlichkeit.

Mit dem Ansiedlungsprojekt hätte sich nicht nur eine ideale universitätsnahe Forschungsstätte etabliert. Es bestand darüber hinaus die realistische Perspektive, bis zu 500 hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und einen bedeutenden Gewerbesteuerzahler für unsere Stadt zu gewinnen.

Jetzt muss alles getan werden, damit Tübingen nicht in den Ruf einer ansiedlungsfeindlichen Stadt kommt. Immerhin haben sich in der Region Tübingen/Reutlingen in den letzten Jahren zahlreiche Firmen aus dem Bereich der Biotechnologie mit nicht weniger als 400 Arbeitsplätzen angesiedelt. Daran müssen alle, die Verantwortung tragen, anknüpfen.

Mit großer Entschiedenheit steht die SPD-Fraktion zum Konzept des Technologieparks. Tübingen muss auch in Zukunft alle Anstrengungen unternehmen, um gemeinsam mit den Kooperationspartnern geeignete Firmen für eine Ansiedlung zu gewinnen.

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ANTRÄGE

Kein später Ladenschluss!

Antrag der SPD-Fraktion

Der Gemeinderat möge beschließen:

Die Landesregierung Baden-Württemberg wird aufgefordert, die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag nicht über 20.00 Uhr hinaus freizugeben.

Begründung:

Das Ladenschlussgesetz ist derzeit Bundesrecht. Im Rahmen der Föderalismusreform ist beschlossen worden, die Gesetzgebungskompetenz für den Ladenschluss auf die Länder zu übertragen. Die derzeitige Landesregierung hat angekündigt, für diesen Fall die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag völlig freizugeben (24 Stunden).

Eine solche Regelung ist nicht im Interesse der Stadt Tübingen. Nachdem in der Vergangenheit große Anstrengungen zum Schutz des Tübinger Einzelhandels, insbesondere in der Innenstadt, unternommen wurden, kann und muss die Stadt ihre Stimme erheben und sich gegen die Freigabe der Ladenöffnungszeiten aussprechen.

Eine Lockerung der Ladenschlusszeiten benachteiligt den innerstädtischen Einzelhandel in existenzgefährdender Weise gegenüber den großflächigen Einkaufszentren.
Bereits jetzt können viele Geschäfte sich eine Öffnung bis 20:00 Uhr nicht erlauben. Eine Erweiterung der Zeiten öffnet die Schere nur noch mehr.

Die Stadt Tübingen tritt für die Stärkung ihrer kleinteiligen Strukturen ein. So sieht es auch das Zentren- und Märktekonzept vor. Die von der Landesregierung avisierte Regelung konterkariert diese Anstrengungen.
Für die Zukunft unserer Stadt wünschen wir uns keine riesigen Läden auf der grünen Wiese und vor allem keine verödete Altstadt.

Auch gesamtpolitisch ist die Regelung abzulehnen. In Baden-Württemberg würden vor allem die Ballungszentren profitieren. Der ländliche Raum hingegen müsste mit Abwanderung und einer zunehmend schwierigeren Versorgung der Bevölkerung rechnen.

Vor allem aber trifft die Lockerung der Ladenschlusszeiten die Beschäftigten. Bereits jetzt ist der Druck auf sie beachtlich. Gerade in den großen Handelskonzernen. Betroffen wären hauptsächlich Frauen (72,5 % der Beschäftigten im Einzelhandel), von denen ein Großteil zudem einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht.

Alles in allem überwiegen die Nachteile einer völligen Freigabe der Ladenöffnungszeiten die Vorteile für einige Handelskonzerne. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Familienbetriebe im Einzelhandel, der Einzelhändler und der Beschäftigten im Einzelhandel würden sich verschlechtern. Und damit auch die Strukturen in Tübingen.

Für die SPD-Fraktion

Hannah Tiesler

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AKTUELLES

Nach der Wahl – Unsere Position

Erklärung der SPD-Gemeinderatsfraktion Tübingen

Die Tübinger Wählerinnen und Wähler haben sich bei der Wahl vom 22. Oktober 2006 für einen neuen Oberbürgermeister entschieden.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion dankt Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer.
Sie hat sich in den vergangenen acht Jahren mit unglaublichem Engagement für die Stadt eingesetzt. Wir, die Mitglieder der SPD-Fraktion, danken ihr für die inhaltliche, aber auch für die menschlich gute Zusammenarbeit. Brigitte Russ-Scherer ist eine Persönlichkeit, die anders als manche dafür gescholtene Politiker ohne Rücksicht auf eigene Interessen geradlinig und ehrlich für ihre Überzeugungen stand und steht. Dies hat sie auch im Wahlkampf bewiesen. Für diese Haltung zollen wir ihr mit vielen anderen großen Respekt.
Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer hat zusammen mit dem Gemeinderat viel für Tübingen erreicht. In beträchtlichem Umang wurde sozialdemokratische Politik umgesetzt, vor allem beim Ausbau der Kinderbetreuung und dem Bau von Ganztagesschulen und mit dem Bau der neuen Sporthalle. Die soziale und kulturelle Infrastruktur wurde auch in Zeiten knapper Kassen erhalten und ausgebaut. Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt wurde auf eine neue Grundlage gestellt. Die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze haben seit dem Amtsantritt von Brigitte Russ-Scherer im Jahr 1999 einen weitaus höheren Stellenwert erhalten, als dies vorher der Fall war. Die Beschäftigungsentwicklung zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen dieser veränderten Politik.

Wir gratulieren dem Wahlsieger Boris Palmer und wünschen ihm für die Ausübung seines Amtes im Interesse unserer Stadt eine glückliche Hand.

Die Stadträtinnen und Stadträte sind auf das Wohl der Stadt verpflichtet. Sie haben sich für die Stadt einzusetzen, unabhängig davon, wer an der Spitze der Verwaltung steht. Die SPD-Fraktion wird sich auch in den kommenden Jahren ihrer Verantwortung stellen. Sie ist zu einer offenen und ergebnisorientierten Zusammenarbeit mit der neuen Verwaltungsspitze bereit, ebenso mit allen Fraktionen des Gemeinderats, die die demokratischen Spielregeln der Kommunalpolitik akzeptieren und einen politischen Umgangsstil pflegen, der die Integrität aller Beteiligten achtet.

Für die SPD-Fraktion steht die Sachentscheidung im Vordergrund. Auf der Basis der sozialdemokratischen Grundüberzeugungen werden wir jeweils Position beziehen und im Interesse vernünftiger Lösungen problemorientiert zu Kompromissen bereit sein. Aus heutiger Sicht stehen dabei die folgenden Ziele und Grundsätze im Vordergrund:

• Die SPD-Fraktion wird ihre Politik weiterhin an den unter Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger formulierten Leitlinien ausrichten, die Autonomie der Ortschaften achten und insbesondere auch zu den von ihnen ausgearbeiteten und im Gemeinderat beschlossenen Rahmenpläne stehen.

• Stadtentwicklung hat sich am Gemeinwohl zu orientieren, nicht an den Interessen Einzelner.

• Wir sehen uns in der Verantwortung auch gegenüber kommenden Generationen. Deshalb stehen wir zu der mit AL/Grüne und FDP im vergangenen Jahr beschlossenen Finanzplanung und der damit verbundenen Grundsteuererhöhung. Mehreinnahmen wollen wir hälftig zur Schuldentilgung und hälftig zum Abbau der gewaltigen Sanierungsrückstände verwenden. Die Sanierungsliste wollen wir konsequent abarbeiten. Dabei sollen Maßnahmen im Vordergrund stehen, die zu einer Verbesserung der Energiebilanz städtischer Gebäude beitragen. Die in der mittelfristigen Finanzplanung angelegten Einsparungen im Bereich der städtischen Eigenbetriebe müssen entschlossen realisiert werden.

• Kinderbetreuung und Bildung sind und bleiben die wichtigsten Zukunftsinvestitionen in einer sozialen Stadt. Die städtischen Angebote müssen abgestimmt mit den Angeboten der freien Träger bedarfsorientiert ausgebaut werden.

• Die SPD-Fraktion tritt dafür ein, die funktionierende soziale Infrastruktur Tübingens zu erhalten. Weitere Kürzungen der Zuschüsse für Initiativen und Vereine darf es nicht geben. Qualität und Vielfalt der kulturellen Angebote müssen gerade in einer Stadt wie Tübingen erhalten bleiben.
Auch der Sport in Tübingen wird in uns einen verlässlichen Ansprechpartner behalten.

• Für die SPD-Fraktion hat die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen weiterhin höchste Priorität. Wir wollen die Stärkung des Technologieparks auf der Oberen Viehweide ebenso, wie das Vorhalten von Gewerbeflächen und eine aktive Standortpolitik. In diesem Zusammenhang streben wir den zügigen Ausbau der operativen Wirtschaftsförderung an, so, wie er vom Gemeinderat im Grundsatz bereits gebilligt wurde.

• Unsere erfolgreichen Stadtwerke und unsere hervorragend aufgestellte GWG sind die Garanten für viele wichtige und zukunftsweisende Projekte in unserer Stadt. Jeder Privatisierungsüberlegung erteilen wir eine entschiedene Absage.

• Die Planung für den Europaplatz muss neu diskutiert werden. Für die SPD-Fraktion steht dabei jedoch außer Zweifel, dass auch eine neue Planung mit dem Ziel erfolgen muss, die Innenstadt auch als Einkaufsstandort zu stärken.

Bei den kommenden Aufgaben erwartet die SPD-Fraktion von der Stadtverwaltung effiziente und qualitativ hochwertige Arbeit. Personalentscheidungen werden wir weiterhin auf der Basis der fachlichen und persönlichen Qualität der Bewerberinnen und Bewerber treffen. Für personalpolitische Spielereien steht die Fraktion nicht zur Verfügung.
Der Blick ist nach vorne gerichtet. Viele große Aufgaben liegen vor uns. Die SPD-Fraktion ist bereit.

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LESERBRIEFE

CDU und Verlässlichkeit

Leserbrief vom 13. November 2006

CDU-Fraktionschef Ulrich Latus schreibt in seiner letzten Mittwochspalte, mit OB Russ-Scherer und der SPD-Fraktion sei keine längerfristig verlässliche Politik möglich gewesen. Was er wohl damit meint? Bei den Haushaltsberatungen der vergangenen Jahre hat die CDU stets die Augen vor der Realität verschlossen, hat versucht mit Luftbuchungen die Haushaltszahlen schön zu rechnen und hat die dringend abzuarbeitenden Sanierungsrückstände erfolgreich verdrängt. Langfristige und verlässliche Politik? Weit gefehlt! CDU-Anträge flattern regelmäßig erst während der Gemeinderatssitzung auf den Tisch, manche liegen nicht mal schriftlich vor. Bei längst mit den Betroffenen ausgehandelten Planungen kommt die CDU kurz vor knapp mit abwegigen Alternativvorschlägen aus der Deckung. Unlängst brachte die CDU damit beinahe das Kleinspielfeld in der Weststadt zu Fall. Die SPD hat gemeinsam mit AL/Grünen, FDP und der von Brigitte Russ-Scherer geführten Verwaltung eine langfristige Politik auf den Weg gebracht, durch die die dringend erforderliche bedarfsorientierte Weiterentwicklung von Bildungs- und Kinderbetreuungsangeboten mit der systematischen Abarbeitung der Sanierungsrückstände an städtischen Gebäuden und der notwendigen Haushaltskonsolidierung verbunden wird. Diese Politik ist und bleibt richtig, auch unter dem neuen OB.

Martin Rosemann

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LESERBRIEFE

Forschungsstandort Tübingen

Ein Leserbrief ist sowenig ein ströbelscher Vierspalter, wie ein Forschungsinstitut ein Saustall ist. Hier noch einmal zum Sortieren:

1. Für den Biotechnologiepark haben sich mit größten Mehrheiten die Gemeinderäte von Tübingen und Reutlingen, die Universität, die Landesregierung, die Landesbank und noch viele andere ausgesprochen. Breiter konnte die Zustimmung nicht sein.

2. Bios=Leben. Es war jedem klar und es muss jedem aufgeweckten Zeitgenossen klar sein, dass es sich bei den Einrichtungen eines Biotechnologieparks nicht um etwa kleine, klinisch blitzblanke, chemische Labors, sondern um Forschungsstätten handelt, in denen Produkte für lebende Menschen und lebende Tiere (BIOS!) erforscht und erprobt werden. So schon bisher am Standort, so auch in den angrenzenden Max-Planck-Instituten. Das geht ohne unter Umständen zahlreiche Tiere nicht ab.

3. In Kenntnis dessen haben die Mitglieder des Planungsausschusses am 25. September einstimmig bei einer Enthaltung die Verwaltung aufgefordert, das Projekt Böhringer-Ingelheim voranzutreiben und auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen. Es ist eine böswillige Unterstellung sowohl des Tagblatts, als auch einiger Leserbriefschreiber, hier sei etwas „durchzupeitschen“ versucht worden. Die Verwaltungsspitze hat einzig den einhelligen Auftrag der Gemeinderäte ausgeführt.

4. Die OBM hätte, würde sie wie ein abgefeimter Politiker taktieren, das Verfahren locker bis nach der Wahl verschleppen können. Hat sie aber nicht gemacht.

5. Es ist gut und richtig, die Sache noch einmal mit größerer Beteiligung zu erörtern.

6. „Der Redakteur bekommt mit der Zeit den Größenwahn. Besonders der beschränkte, der nicht sieht, daß er nur Handwerkszeug Größerer, hinter ihm Stehender ist. Er hat im Laufe der Jahre gelernt, daß das, was er nicht drucken lässt, für Hunderttausende nicht existiert – daß das, was er den Leuten mit der Papageientaktik in die Köpfe lärmt, für sie im Mittelpunkt der Erde steht. Er wird also immer mehr auf die Wirkung als auf die Wirklichkeit sehen“. (Presse und Realität, Kurt Tucholsky als Ignaz Wrobel, am 13. 10. 1921 in der Weltbühne Nr. 41, Seite 373)

Klaus te Wildt
SPD-Stadtrat
Gechtstraße 17
Pfrondorf

Die Erklärung der Oberbürgermeisterin zum Thema hier

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AKTUELLES

Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer

Die SPD-Fraktion unterstützt Brigitte Russ-Scherer.

Eine Stadtverwaltung mit weit mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer Stadt zu leiten, die über wenig Geld verfügt und in der es viele, höchst widerstreitende Interessen auszugleichen gilt, ist keine einfache Aufgabe. Dazu bedarf es eines gehörigen Maßes an Stehvermögen und dazu braucht man Durchsetzungskraft. Brigitte Russ-Scherer hat diese nicht einfache Aufgabe in den letzten 7 ½ Jahren mit großem Einsatz und mit viel Erfolg gemeistert.
Die Bilanz kann sich sehen lassen. Sie musste freilich hart erarbeitet werden, zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, mit dem Gemeinderat und mit vielen anderen Akteuren in der Stadt.

Entscheidungen, die anfangs umstritten waren, sind inzwischen zu wahren Erfolgsgeschichten geworden. An die dornigen Anfänge erinnert man sich nicht mehr. Dass man sich beim Durchsetzen solcher, nicht von allen begrüßten, am Ende aber allgemein anerkannten Entscheidungen nicht immer nur Freunde macht, ist auch klar. Das gehört zum Geschäft, in der Kommunalpolitik muss man damit leben. Wer davor zurückschreckt, wird kaum etwas bewegen und erst recht wenig verändern.

Wir schätzen und unterstützen Brigitte Russ-Scherer, weil sie offen, ehrlich und direkt sagt, was sie denkt und wofür sie steht und weil wir wollen, dass sie ihre erfolgreiche Arbeit für Tübingen fortsetzen kann.

Brigitte Russ-Scherer in Weilheim

Brigitte Russ-Scherer in Weilheim

Hier die Seite von Brigitte Russ-Scherer
Dort auch Pressestimmen
Besuchen Sie die Seite der Universitätsstadt Tübingen

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MITTWOCHSPALTEN

Tübinger Kulturleben und AfroBrasil

Leserbrief vom 23. September 2006

Es ist erfreulich, dass sich die BI Kultur & Nightlife gegründet hat. Erst recht, weil es junge Leute sind, die ihr Interesse selbst in die Hand nehmen. Die SPD-Gemeinderatsfraktion steht gerne als kommunalpolitischer Ansprechpartner für das Anliegen zur Verfügung. Es ist aber doch etwas richtig zu stellen. Der zuletzt in Leserbriefen artikulierte Vorwurf an die Stadt, sie habe die Abwanderung von AfroBrasil zu verantworten, geht ins Leere. Richtig ist vielmehr, dass sich sowohl die Oberbürgermeisterin als auch der damalige Erste Bürgermeister Gerd Weimer sehr um den Verbleib des Festivals und um einen Interessenausgleich bemüht haben. Indessen hat das Verwaltungsgericht Sigmaringen gesprochen. Auf die Klage von Anwohnern wurde ein so niedriger Musikpegel vorgeschrieben, dass das Veranstaltungskonzept nicht mehr aufging. Nur deshalb ist AfroBrasil abgewandert.

Martin Rosemann

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MITTWOCHSPALTEN

Erfolgreiche Arbeit fortsetzen

Mittwochspalte vom 13. September 2006

In erstaunlich klaren Worten war von Seiten der politischen Mitbewerber in den letzten Wochen an dieser Stelle Lobendes zur Bilanz des in den letzten Jahren für unsere Stadt Erreichten zu lesen. In der Tat, was in den vergangenen acht Jahren erreicht wurde, lässt sich sehen. Vom vorbildlichen Ausbau der Kinderbetreuung über den Aufbau der Bürgerbeteiligung zur Etablierung zahlreicher Ganztagesschulangebote, von einem qualitativ bedeutendem Fortschritt in der Stadtentwicklung bis zu den Neuanfängen bei den Kultureinrichtungen (z.B. Zimmertheater und Stadtmuseum), von der erstmals von Erfolg geprägten Zusammenarbeit mit der Universität bis zur Schaffung und Bewahrung von Arbeitsplätzen.
Tübingen ist ein bedeutender Sportstandort geworden, wer hätte das noch vor fünf Jahren geahnt. Und das alles bei eher knappen Kassen. Das Tagblatt hatte seinerzeit richtig getitelt: „Keiner macht so viel aus so wenig.“ Gemeint war Brigitte Russ-Scherer. In der Tat, sie hat Anstöße gegeben, Ideen geliefert, Weichen gestellt und den Entscheidungen des Gemeinderats zur Verwirklichung verholfen.
Gelegentlich hat man der SPD-Fraktion geraten, sich gegen die Oberbürgermeisterin zu profilieren. Nein, die Tübinger SPD hat sich immer große Mühe gegeben, kommunalpolitische Zielsetzungen zu formulieren und umzusetzen. Wir sind glücklich, dass sehr viel von dem, was wir für Tübingen angestrebt haben, in der Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats und mit der Verwaltung verwirklicht werden konnte. Profil hin, Profil her, am Ende geht es um das Wohl der Stadt. Dafür und nur dafür sind wir Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gewählt.
Alles politische Wollen geht aber ins Leere, wenn die Verwaltung, die die Beschlüsse umzusetzen hat, nicht mit Tatkraft, mit Beharrlichkeit und mit Effizienz ans Werk geht. Heute wissen alle in Tübingen , dass Brigitte Russ-Scherer eine unermüdliche Schafferin ist. Dabei ist sie sich ihrer sozialen Verantwortung immer bewusst. Ob es, wie zuletzt, um ihren Einsatz für den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma Walter Maschinenbau geht oder für die von Abschiebung bedrohter Familien, die Oberbürgermeisterin „hängt sich rein“.
Wenn man sich umhört, ihr Stehvermögen und ihre Beharrlichkeit haben allgemeine Anerkennung gefunden. Anfangs Umstrittenes ist zur Erfolgsgeschichte geworden, an den dornigen Beginn erinnert man sich nicht mehr. Einfach ist ihre Aufgabe wirklich nicht Dass man sich beim Durchsetzen der einen oder anderen Entscheidung nicht immer nur Freunde macht, ist auch klar. Das gehört zum Geschäft, in der Kommunalpolitik muss man damit leben. Wer davor zurückschreckt, wird kaum etwas bewegen.
Ohne wenn und aber: Wir schätzen und unterstützen Brigitte Russ-Scherer, weil sie enorm tüchtig ist und ehrlich sagt, was sie denkt und wofür sie steht. Wir wollen, dass sie ihre erfolgreiche Arbeit für Tübingen fortsetzen kann.

Erika Braungardt-Friedrichs

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WEITERES

Presse und Realität

Aus gegebenen Anlässen hier in Auszügen ein schönes Fundstück:

Presse und Realität
VON IGNAZ WROBEL

Man könnte glauben, die Ereignisse geschähen und glitten dann automatisch in die Zeitung hinüber, von der Wirklichkeit in die Presse, von der Realität in die Wiedergabe. Das ist nicht richtig. ….

Weit entfernt, etwa die Nachrichten von Ereignissen möglichst so wiederzugeben, wie sie geschehen sind, die Wiedergabe also möglichst der Wahrheit anzunähern, ist das Bestreben aller Fachleute darauf gerichtet, die Wiedergabe organisatorisch und pressetechnisch so zu gestalten, daß man sie für die Wahrheit ansieht. ….

Wesentlich an einer Zeitung ist zunächst und vor allem, was sie bringt, und was sie nicht bringt. Niemand wird annehmen, daß täglich stets grade so viel geschieht, wie in sechzehn Seiten hineingeht – aber fast jeder wird annehmen, daß da das Wesentlichste, gewissermaßen der Extrakt aller täglichen Geschehnisse, zu lesen sei. Ich glaube nicht, daß das der Fall ist. Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch. Jede Zeitung hat eine Reihe Personen, Dinge, Interessenssphären, die tabu sind – von ihnen wird niemals, weder im guten noch im bösen Sinne, gesprochen. ….

Es muß einer sehr stark sein, wenn man ihn nicht totschweigen kann. ….

Der Redakteur bekommt mit der Zeit den Größenwahn. Besonders der beschränkte, der nicht sieht, daß er nur Handwerkszeug Größerer, hinter ihm Stehender ist. Er hat im Laufe der Jahre gelernt, daß das, was er nicht drucken läßt, für Hunderttausende nicht existiert – daß das, was er den Leuten mit der Papageientaktik in die Köpfe lärmt, für sie im Mittelpunkt der Erde steht. Er wird also immer mehr auf die Wirkung als auf die Wirklichkeit sehen.
Der Leser vertraut der Presse blind, weil ihn seine Zeitung ja nicht über sein eigenes Wesen aufklärt und weil eine andre Einwirkung auf die Öffentlichkeit gegen die Presse nur sehr, sehr schwer ist. Die Wirkung auf den Leser wird in fast allen Fällen die gewünschte sein. Das Korrektiv mehrerer Zeitungen leisten sich außer den Fachleuten nur wenig Menschen – und so entsteht ein Weltbild, wie es entstehen soll, nicht, wie es ist. …….

Kurt Tucholsky als Ignaz Wrobel, am 13. 10. 1921 in der Weltbühne (Nr. 41, Seite 373)

KtW