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AKTUELLES PRESSEMITTEILUNGEN WEITERES

Stellungnahme der SPD-Fraktion zum interkommunalen Windpark Rammert im Gemeinderat durch Stadtrat Gerhard Neth

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ich muss einräumen, dass die heutige Debatte und die anschließende Abstimmung über den Windpark Rammert zu den schwierigsten Kommunalpolitischen Entscheidungen in meiner Zeit als Ortschafts-und/oder Gemeinderat zählt.
Nicht weil ich von der Sache nicht überzeugt bin, sondern weil neben Fakten in der ganzen Diskussion um den Windpark auch viel Emotionen in teils schwierige und langwierige Diskussionen hineingetragen wurden.
Mein berufliches Leben war von Wald geprägt und ich bin dem Wald speziell dem Rammert nach wie vor eng verbunden. Zudem habe ich lange Jahre als Ortschaftsrat und Ortsvorsteher Verantwortung für Bühl übernommen, dem Tübinger Teilort der jetzt mit 4 WEA im Staatswalddistrikt „Bühler Wald“ in der Planung des Windparks steht und von wo aus sich in den letzten Wochen eine Bürgerinitiative gegen den Windpark formiert hat.
Ich bitte deshalb um Verständnis wenn die Stellungnahme heute etwas länger und emotionaler als sonst üblich wird.
Die ernsthaften Sorgen und Bedenken die zum Eingriff in den Wald, zum Natur- und Artenschutz, zur Lärmbelastung und zur Veränderung der Landschaft vorgetragen wurden, werden von der SPD-Fraktion keinesfalls ausgeblendet (wie heute in einem Leserbrief unterstellt wurde), sondern sind Teil eines – zugegebenermaßen – schwierigen Abwägungsprozesses.
Zugegeben es macht mehr Spaß über den Baubeschluss für einen neuen Kindergarten abzustimmen. Aber auch heute treffen wir eine Entscheidung die für unsere Kinder und Enkelkinder von Bedeutung sein wird, denn Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen werden im Zuge der Daseinsvorsorge ganz sicher eine zentrale Aufgabe im kommunalen Handeln der kommenden Jahre sein. Wir wollen kommende Generationen mit dem heutigen Votum nicht weiter mit hochradioaktiven Castorbehältern belasten und ihnen nicht ein „weiter so“ mit allen negativen Folgen von fossilen Energieträgern zumuten. Das Gegenteil ist unser Ziel!
Im Grunde genommen beschließen wir heute ja auch nichts Neues; wir haben uns vor der Sommerpause intensiv mit der Fortschreibung des Städtischen Klimaschutzprogramms auseinandergesetzt. Dort steht ausdrücklich drin, dass wir den Ausbau von Windenergie auch auf Tübinger Gemarkung voranbringen wollen um das Ziel der Klimaneutralität unserer Stadt nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser politische Wille zum städtischen Klimaschutz wurde hier im Ratssaal mit großer Mehrheit beschlossen. Es wäre ein schlechtes Signal, wenn wir dieses Ziel schon beim ersten ernsthaften Gegenwind wieder infrage stellen.
„Strom aus Windenergieanlagen ist dezentral gewonnene Energie. Energieträger wie Steinkohle, Erdgas oder Mineralöl werden in politisch teilweise instabilen Regionen mit geringen Sozial- und Umweltstandards abgebaut und nach Deutschland importiert. Dies schafft dauerhafte politische Abhängigkeiten. Windstrom hingegen kann in Baden- Württemberg zu großen Teilen dort erzeugt werden, wo er verbraucht wird.“
Dieses Zitat habe ich aus einem gemeinsamen Positionspapier von BUND und NABU entnommen. Ähnliche Formulierungen finden sich im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU in der Landesregierung und in vielen weiteren Stellungnahmen von Parteien und Verbänden zur Dringlichkeit der Energiewende. Dies entspricht auch der Position der SPD.
Den Strom dort zu erzeugen wo er gebraucht ist auch ein wichtiger Faktor in der Daseinsvorsorge für Tübingen, denn wir brauchen künftig viel Strom. Z.B. zur Umrüstung unserer Busflotte auf E-Mobilität, für die kommunale Wärmewende, für Rechenzentren nicht nur an der Uni, für Hochleistungsmedizin im Uni-Klinikum….. die Reihe lässt sich weiter fortsetzen.
Abkehr von fossilen Energieträgern, Verzicht auf Kernenergie, Ausbau erneuerbarer Energie, keine Abhängigkeit von Gas- und Öllieferungen aus politisch schwierigen Regionen…..das alles spiegelt auch den Konsens in vielen Diskussionen die wir geführt haben wider.
Über die grundsätzlichen Dinge zur Windkraft brauchen wir deshalb nicht zu diskutieren, es geht in der öffentlichen Kritik offensichtlich allein um den Standort „Rammert“.
Die Erhaltung des Rammerts als naturnahes und klimastabiles Waldsystem mit hohem ökologischem und ökonomischem Wert liegt uns allen am Herzen. Er ist unbestritten mehr als eine Ansammlung von „Bäumen und Spazierwegen“ (vgl. PM NABU Tü vom 23.09.).
Deshalb ist der Rammert auf großer Fläche ja auch bereits mit vielen Schutzkulissen überzogen die die Errichtung von WEA von vorneherein ausschließen. FFH-Gebiete, Vogelschutzgebiet Natura 2000, Naturschutzgebiete, Bann- und Schonwälder, Walrefugien etc. sorgen auf nahezu 5000 ha Waldfläche für gute Habitatstrukturen und Biotopvernetzungen.
Für WEA im Raum Tübingen kommt deshalb nur der vom RVNA ausgewählte und mittlerweile per Satzung beschlossene Bereich des Vorranggebiets TÜ01 im Bereich Weilheim, Kilchberg, Bühl und Dußlingen in Frage. Schönbuch, Spitzberg und Großholz bleiben außen vor. Das ist gut so und sorgt dafür, dass Tübingen nicht von Windrädern umzingelt werden kann.
Das wollen wir übrigens (was immer wieder gefordert wird) auch den Menschen und der Natur auf der Alb nicht zumuten. Ökologie und Artenschutz ist überall gleich zu bewerten und spielt auch auf der Alb eine große Rolle. Den dezentralen Ansatz den das Gesetz mit den verstreut liegenden Vorranggebieten vorsieht finden wir deshalb richtig.
Natürlich hätten wir die Windräder alle gerne weit weg, am besten außer Sicht- und Hörweite auf einer waldfreien Kuppe mit viel Windertrag. Wir leben aber in einem dicht besiedelten – zum Glück aber doch waldreichen – Land. Beim Ziel 1,8 % der Landesfläche für Windenergie zur Verfügung zu stellen wird es deshalb nicht ohne Bereitstellung von Waldflächen gehen. Schließlich sind viele Abstands- und Schutzfaktoren einzuhalten.
Bei einer Diskussion im OR Bühl wurde mir zugerufen, ob es mir als Förster „Nicht in der Seele weh tut, wenn in diesen Wald so stark eingegriffen wird“. Ja, es schmerzt und es kommt in der Tat keine Euphorie auf. Ich bin auch nicht über Nacht vom Waldschützer zum Waldfrevler geworden der leichtfertig über diese Tatsache hinweggeht. Es empfiehlt sich in diesem Prozess aber auch ein Blick über den Rammert hinaus.
Was in der Seele (..nicht nur in meiner..) viel mehr wehtut als der sicher schmerzhafte Eingriff im Rammert ist die Waldentwicklung die sich seit den Trockenjahren ab 2017 auch in unserer Region aufgebaut hat und deren Schäden durch Klimaveränderungen 2026 nicht mehr zu übersehen sind. Übrigens auch nicht mehr in unseren Streuobstwiesen….

Leider ist der Wald heute zunehmend Betroffener und nicht mehr nur Teil der Lösung in der Klimafrage.
„Waldschutz ist Klimaschutz“ war auf Plakaten vor der Rammerthalle zu lesen, mittlerweile müssen wir von der Umkehr ausgehen: „Ohne Klimaschutz wird Waldschutz nicht mehr möglich sein“. Ich neige nicht zu „Horrorvisionen“ aber Veröffentlichungen von Forstlichen Forschungseinrichtungen und das Studium entsprechender Fachliteratur stimmen hier nicht sehr optimistisch. Wir müssen konstatieren, dass unsere Wälder nicht mehr weit vom Kipppunkt entfernt sind.
So geht die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald davon aus, dass unsere Hauptbaumart Buche in Mitteleuropa aufgrund der Trockenheit massiv an Fläche verlieren wird. Prof. Hartmann vom Waldbau Institut in Göttingen berichtet, dass in Deutschland seit 2017 über 900.000 ha Walddeckung verloren gegangen sind. Tendenz steigend. Die Zahl der Publikationen die eine ähnliche Entwicklung bei vielen heimischen Baumarten belegen steigt. Ein renommierter Forstwissenschaftler hat es bei einem Vortrag jüngst auf den Punkt gebracht. „Wenn wir so weitermachen wird es in 30 Jahren keinen Wald heutiger Prägung mehr geben“
Das tut mir und meinen Kolleginnen und Kollegen die aktuell Verantwortung für den Wald tragen in der in der Seele weh. Das ist für uns ein entscheidender Faktor in der Abwägung einen Windpark Rammert zu akzeptieren.
Wir retten allein mit diesen Windrädern nicht das Weltklima – wie oft in Diskussionen eingeworfen wird – im Gesamtpaket mit PV-Anlagen, Batteriespeichern und weiterer Förderung erneuerbarer Energien leisten wir aber doch einen wichtigen Beitrag zum regionalen Klimaschutz und zur Daseinsvorsorge.
Wir wollen nichts schönreden, insbesondere während der Bauphase ist der Erholungswert in diesem Teil des Rammerts eingeschränkt und Flora und Fauna werden stärker belastet. Aber es wird auch keine Autobahn durch den Wald gebaut die den Rammert auf Dauer und irreversibel zerschneidet. Diese „Horrorvision“ die immer wieder vorgetragen wird trifft sicher nicht zu.
Beim Artenschutz vertrauen wir auf die Qualität der eingereichten Gutachten und auf die sorgfältige Prüfung durch die Genehmigungsbehörden. Wenn hier wie vom NABU gefordert noch weiterer Gesprächs- und Klärungsbedarf notwendig sein sollte, fordern wir die Genehmigungsbehörde auf, diese Themen aufzugreifen und abzuklären. Es ist uns allen gedient, wenn dieser Prozess so transparent wie möglich gestaltet wird.
Für uns wichtig ist die Aussage in der Vorlage zur Natura 2000-Verträglichkeitsuntersuchung. Demnach kann also mit ausreichender Sicherheit von einer Verträglichkeit des geplanten Windparks mit den Zielen der Natura 2000 Gebiete ausgegangen werden.
Wo Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind, werden wir wie bei anderen Projekten regelmäßig bezüglich der Umsetzung nachhaken. Es liegt sicher auch im Interesse der Stadtwerke, dass diese Maßnahmen zeitnah und erkennbar umgesetzt werden. Zur Förderung der Biodiversität werden wir weiter ein klimaangepasstes Waldmanagement im Stadtwald einfordern. Dies ist auch mit der Ausweisung weiterer Waldschutzgebiete verbunden. Klima- und Biodiversitätsschutz sind für uns gleichermaßen wichtig!

Die Sorgen die gegen eine permanente Lärmbelastung durch WEA in den angrenzenden Rammertgemeinden – Stichwort Baiereck – vorgebracht werden, blieben im bisherigen Verfahren nicht ungehört. Durch die Veränderung des Windparklayouts wurde darauf Rücksicht genommen. 4 WEA wurden bereits aus der weiteren Planung genommen. Die Abstände zur Wohnbebauung in Weilheim, Kilchberg und Bühl wurden dadurch erheblich vergrößert und liegt bereits jetzt weit über den gesetzlichen Standards.
Die strengen Vorgaben aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz sind für WEA genauso wie für andere Gewerbeanlagen in der TA Lärm spezifiziert. Dies ist bei der Erteilung von Genehmigungen sorgfältig zu prüfen. Wir gehen davon aus, dass das auch so geschieht.
In der öffentlichen Veranstaltung in der Rammerthalle wurden bereits alle Positionen zur Wirtschaftlichkeit ausgetauscht. Hier zeichnet sich seit vergangener Woche durch die Entscheidung im Bundesrat eine positive Entwicklung für den Süden ab. Das begrüßen wir.
Die Kritik und das Misstrauen gegenüber den Stadtwerken, die im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit immer wieder vorgetragen wurde ist für uns nicht nachvollziehbar. Die swt engagieren sich schon seit Jahrzehnten – verstärkt seit dem Atomunfall in Fukushima – mit dem Thema erneuerbare Energien und sind auf diesem Geschäftsfeld sehr erfolgreich und anerkannt unterwegs. Damit Planung- und Wertschöpfung in der Region verwurzelt werden haben wir hier im Rat schon früh die Weichen dafür gestellt, dass unsere Stadtwerke das Projekt federführend übernehmen können. Wir setzen als SPD-Fraktion hier weiterhin großes Vertrauen in unsere Stadtwerke.
Ein Blick auf die swt Homepage lohnt sich und beantwortet dazu viele Fragen. Wir sind sicher, dass die Geschäftsführung und der AR auch im Fall Windpark Rammert sehr klar und besonnen vorgehen. Das Unternehmen swt mit über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein verlässlicher Partner in der Daseinsvorsorge der Stadt und wird keine Investitionsentscheidung für einen Windpark treffen der das Unternehmen und die Stadt in eine finanzielle Schieflage bringen kann.
Wir stehen deshalb zu unseren Beschlüssen im Klimaschutzprogramm und unterstützen das Vorhaben der swt im Rammert einen interkommunalen Windpark zu errichten!

Zum Schluss noch eine persönliche Erklärung:
Trotz zahlreicher öffentlicher Info-Veranstaltungen und Gremiensitzungen konnten nicht alle Bedenken gegen das Projekt ausgeräumt und alle Menschen überzeugt werden. Das ist bei einem so großen Projekt normal und unvermeidbar – es ist auch verständlich und nachvollziehbar, dass hier viele Emotionen im Spiel sind. Schließlich fühlen wir uns alle dem Wald eng verbunden.
Es gehört zu einem guten demokratischen Diskurs, dass unterschiedliche Meinungen auch dezidiert vorgetragen werden. Es gehört aber auch dazu, dass man unterschiedliche Meinungen akzeptiert und die getroffene Entscheidung respektiert. Das war nicht immer und überall der Fall, die Ortschaftsrätinnen und Ortschaftsräte in den betroffenen Teilorten waren in den vergangenen Wochen deshalb starkem Druck ausgesetzt. Deshalb von unserer Seite aus ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement.
Dem OR Bühl danke ich, dass er weiter mehrheitlich zum Windparkprojekt steht, ich werde deshalb dem Änderungsantrag aus Bühl zustimmen.

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Änderungsantrag zur Entwicklungsfläche am Europaplatz

 Antrag 

Der Gemeinderat beschießt folgende Änderung an den Eckpunkten und Setzungen für den Wettbewerb Entwicklungsfläche Europaplatz: 

Anlage 1 – neu: Punkt 12 Footprint der Gebäude, Punkt 13 Freiräume 

Abweichend vom aktuellen Entwurf wird der Footprint der Gebäude abgeändert und vergrößert auf 2.500 qm bis 3.500 qm (statt 2.000 bis 3.300 qm). Dementsprechend reduziert sich der Korridor für die Freiräume auf 2.500 bis 3.500 qm (statt 2.700 qm und 4.000 qm) 

Begründung 

Die aktuellen Vorschläge der Rahmendaten für Freiflächen und Footprint der Gebäude weisen ein Ungleichgewicht auf. Der Korridor ist dabei zur Zeit deutlich in Richtung Freiflächen verschoben. Das könnte als eine Vorfestlegung in diese Richtung verstanden werden. Diese wurde unserer Kenntnis nach aber nie so vorbesprochen und verabredet – weder in der Beteiligung noch im Gemeinderat. Der Vorschlag nun beide Korridore gleichgroß zu fassen, überlässt die Schwerpunkte der Fläche den Planerinnen und Planern und vermittelt so eine tatsächliche Offenheit der Planung gegenüber. Auch bietet diese vorsichtige Neudefinition des Footprints den Planungsbüros mehr Möglichkeiten für Kreativität und Gestaltung. Gleichzeitig bleiben immer noch genügend Flächen für Freiräume, die ökologisch und sozial genutzt werden können. 

Eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung der Stadt mit steigenden Einwohnerzahlen ist allerdings auch die Schaffung von Wohnraum. Der Europaplatz soll ein grünes, offenes, lebenswertes und urbanes Quartier werden, das vielen Menschen die Möglichkeit bietet, an einem zentralen Platz unserer Stadt wohnen zu können. Bei der Bebauung sollen hohe ökologische und soziale Standards eingehalten werden, die aber auch finanziert werden müssen. Diese Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum wird eher gelingen, wenn man den Korridor der bebaubaren Fläche vergrößert. 

Für die SPD-Fraktion 

Heinrich Riethmüller 

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Hinterm Horizont geht’s weiter

Wenigstens diese Zuversicht kann man derzeit aus der „Udo-Ausstellung“ im Neuen Kunstmuseum mitnehmen. Wir wollen, dass es hinter dem „Tübinger Einspar-Horizont“ weiterhin fair und sozial gerecht zugeht. Um nicht in eine völlige Schieflage zu geraten, geht das momentan leider nicht ohne schmerzhafte Einsparungen in vielen Bereichen.

Auch der TüBus, unser städtisches ÖPNV-Angebot, ist davon ernsthaft betroffen. Eine Million Euro muss im laufenden Betrieb eingespart werden. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Kosten für den hohen Standard unseres ÖPNV-Angebots enorm gestiegen sind. Das jährliche Defizit der Sparte TüBus beläuft sich mittlerweile auf rd. 8 Mio €. Jeder gefahrene Fahrplankilometer – immerhin 4,2 Mio km/ Jahr! – wird somit mit rd. 2.- € bezuschusst. Dies kann auf Dauer nicht mehr über Gewinne aus anderen Unternehmensteilen der Stadtwerke ausgeglichen werden. Auch die angespannte Haushaltslage der Stadt schließt aktuell weitere Zuschüsse zur Finanzierung des ÖPNV aus.

Die Frage, wo gespart werden kann, ohne bereits fest verankerte Grundsätze aufzugeben, haben wir intensiv diskutiert. Schließlich wird von unserer Fraktion mitgetragen, dass Mehreinnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung in die Verbesserung des ÖPNV fließen sollen.  Auf die Rabattierung des D-Tickets vollständig zu verzichten kam deshalb für uns nicht in Betracht. Die Tübinger Verkaufszahlen des D-Tickets belegen nach wie vor, dass es ein sehr erfolgreiches Instrument ist um mehr Menschen mit dem ÖPNV zu verbinden. Auch die Aufgabe der Klimaschutzziele stand für uns nicht zur Disposition. Die weitere Elektrifizierung der TüBus-Flotte und der Ausbau der dazu notwendigen Lade-Infrastruktur kostet viel Geld, ist für uns aber unabdingbar für einen umwelt- und klimafreundlichen Ausbau des Stadtverkehrs. Mit aktuell 27 E-Bussen und 28 Hybrid-Bussen sind wir dabei auf einem guten Weg.

Es blieb letztlich nur die Alternative, den Fahrplan auf – noch- akzeptable Angebotsreduzierungen zu untersuchen. Bei den von TüBus erarbeiteten Szenarien haben wir der Variante mit den geringeren Auswirkungen auf den Tagesverkehr an Werktagen zugestimmt.  Bei aller Kritik von betroffenen Fahrgästen hat Tübingen dadurch im deutschlandweiten ÖPNV-Vergleich immer noch eine Spitzenposition. TüBus macht „sein Ding“ trotz widriger Umstände gut. Dafür herzlichen Dank!

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Statement zur Bädersituation

Die SPD-Fraktion bedauert außerordentlich, dass die Planungen für das Südbad bis auf Weiteres zurückgestellt werden müssen. Unser Ziel bleibt es in Tübingen ausreichende Schwimmflächen für den großen Bedarf des Schwimmsports zu schaffen. Deshalb haben wir den Bau des Südbads befürwortet und halten ihn grundsätzlich auch weiterhin für richtig. Die finanzielle Lage der Stadt und ihrer Stadtwerke macht den Bau des Südbads aber zum aktuellen Zeitpunkt schier unmöglich. Dieser Realitäten müssen wir uns als Stadt leider stellen.

Es ist deshalb richtig, nun die ohnehin notwendige Sanierung des Nordbads zu priorisieren. Das Nordbad nimmt nicht nur eine zentrale Rolle für den Stadtteil WHO und die ganze Nordstadt ein, sondern bleibt unserem Wunsch nach auch langfristig ein wichtiger Teil der Bäderkonzeption der ganzen Stadt. Mit Blick auf die neuen finanziellen Spielräume bei Bund und Ländern bleibt abzuwarten, ob sich dadurch auch gute Nachrichten für die Bädersituation in Tübingen ergeben.

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Streitgespräch zwischen Oberbürgermeister Boris Palmer und Stadträtin Ingeborg Höhne-Mack

Wie sollen Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf künftig beschult werden? Inklusiv oder in einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum? Darüber diskutieren Oberbürgermeister Boris Palmer und Hanspeter Häberle, früherer Vorsitzender des Fördervereins der Pestalozzischule, mit SPD-Stadträtin Ingeborg Höhne-Mack und Martin Schüler, Schulamtsdirektor beim Staatlichen Schulamt Tübingen,

am Freitag, 21. März 2025, 20 Uhr,
im Uhlandsaal des Museums, Wilhelmstraße 3.

Einlass ist ab 19.30 Uhr. Die Moderation übernimmt Sabine Schlager. Nach der Podiumsdiskussion wird die Runde für Fragen und Stellungnahmen des Publikums geöffnet. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Der Uhlandsaal im Museum verfügt über eine induktive Höranlage. Die Veranstaltung wird in Deutsche Laut- und Gebärdensprache übersetzt.

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Reel zum KiTa-Konsolidierungsvorschlag

(hier geht es zum Antrag)

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Statement zum Haushaltsbeschluss

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Frage für die Fragestunde des Gemeinderates

Arbeitsplätze der Jugendsozialarbeiter:innen im Jugendcafé Bricks


Frage: Mit welchen Mitteln/durch welche Maßnahmen will die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass die aktuell inakzeptable Situation bezüglich der Arbeitsplätze im Anbau des Jugendcafés
Bricks verbessert wird bzw. die baulichen Mißstände beseitigt werden?


Begründung:
Der bauliche Zustand des Anbaus, in dem sich auch die Büroräume der städtischen Beschäftigten befinden, hat sich weiter massiv verschlechtert. Kälte im Winter, kaum erträgliche Hitze im Sommer prägen die Arbeitsbedingungen der Angestellten.
Darüber hinaus dringt durch das undichte Dach ständig Regen ein und die Räume (auch das Lager) werden zunehmend feuchter. – Damit gibt es hier Arbeitsbedingungen, die den
üblichen Arbeitsschutzbedingungen nicht entsprechen und so nicht hingenommen werden können.

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Frage für die Fragestunde des Gemeinderates

Begründung:

Im Zusammenhang mit dem Flächennutzungsplan und der Aufstellung des Rahmenplanes für die (Grenzen der) Erweiterung des ukt auf dem Schnarrenberg bzw. Steinenberg wurde auch die Forderung gestellt, einen großen Teil des Steinenbergs wegen seiner hohen Biodiversität einschl. vieler seltener Tier-, Vogel- und Pflanzenarten unter Naturschutz zu stellen. Dabei geht es um deutlich mehr als ausschließlich den Ziegenmelker und dessen (potentielles) Vorhandensein an diesem Standort….

Im Zusammenhang mit den aktuellen Plänen des ukt sowie Art und Umfang der damit verknüpften Ausgleichsmaßnahmen, aber auch im Sinne der damaligen generellen Abwägungen zum Schutz des wertvollen Steinenberg-Biotops gewinnt diese Forderung wieder an Bedeutung.

Frage:

Wie ist also der Stand der Dinge bezüglich des Verfahrens zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes auf dem Steinenberg?

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ANTRÄGE WEITERES

Änderungs- und Ergänzungsanträge betr. Vorlage 6/2023 – „Strukturelle Öffnungszeitreduzierung“ in den städtischen Kitas

An die Stadtverwaltung Tübingen

Zum leichteren Verständnis der einzelnen Antragsinhalte bzw. des Zusammenhangs zwischen diesen Teilen ist die Begründung jeweils unmittelbar angefügt.

1. Es wird, sofern irgend möglich, in jedem Planungsgebiet an vier Tagen mindestens ein Angebot bis 16.30 h vorgehalten sowie ausreichende Angebote bis 15.30 h.

Begründung: die Nutzerfrequenzanalyse von 2019 kann nur bedingt als Muster für die aktuellen Bedarfe von Eltern in der Ganztagsbetreuung herhalten. Der Elternprotest macht sich auch an der Frage fest, ob die von der Verwaltung vorgesehene Anzahl a) tatsächlich ausreicht oder ob Eltern (Mütter!), die längere Öffnungszeiten brauchen, nicht doch  Arbeitszeiten reduzieren müssen und b) welchen zusätzlichen Zeit- und  Fahrtaufwand das Verbringen des Kindes in eine weit entfernte Kita bedeuten würde. Hier können neben den vorgesehenen 2 Angeboten bis 17.30 h mehr Kitaangebote mit erweiterten Öffnungszeiten (s.o.) Entlastung schaffen und zur Beruhigung beitragen.

Außerdem ist es einfacher, etwa in Absprache mit anderen Familien in der gleichen Kita eine Lösung für eine Stunde fehlender Betreuung zu finden als für drei Stunden. Bei mehr Angeboten in der Fläche müssen zudem weniger Kinder die Kita wechseln

2. Alle 6 Monate erfolgt eine Überprüfung, ob die Personalsituation eine Ausweitung der Öffnungszeiten erlaubt. Eine solche Ausweitung ist auch ohne erneuten Gemeinderats-beschluss möglich.

Begründung: Ziel ist und bleibt eine Rückkehr zu den Öffnungszeiten von 1/20, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr wichtig sind. Ob und in welchem Maße wieder Verbesserungen möglich sind, muss regelmäßig überprüft werden, ansonsten könnte

– infolge einer schleichenden Gewöhnung – zu befürchten sein, dass die aus der aktuellen Not geborenen zeitweiligen Anpassungen tatsächlich zu dauerhaften Einsparungen werden.

3. Die Verwaltung argumentiert, dass eine Ausweitung erweiterter Öffnungszeiten, wie unter 1. beschrieben, eine massive Reduktion von Öffnungszeiten insgesamt über die Planungsgebiete hinweg zur Folge haben müsse. Dem soll durch die Besetzung von Frühöffnungszeiten (Frühbaustein) durch Zusatzkräfte entgegengewirkt werden, sobald (insoweit) dies rechtlich möglich ist.

Begründung:  Das Problem des frühen Arbeitsbeginns von Kitaeltern ist vorhanden, scheint de facto aber geringer zu sein als der Zwang, mitten am Nachmittag aufhören zu müssen.

4. Da es aber nach Aussagen der Verwaltung mittlerweile schwierig bis unmöglich erscheint, Fachkräfte zu finden, die willens sind, die späten Öffnungszeiten abzudecken, werden gezielt Studierende aus der Sportwissenschaft oder Studierende aus anderen (z.B. pädagogischen) Studienfächern angeworben, die Kindern in der Spätbetreuung gegen Übungsleiter-pauschale ein Bewegungsangebot o.ä. anbieten. Damit wird analog zur Monetarisierung von Lehrerstunden im Ganztagsbereich der Grundschulen eine Lösung geschaffen, die es ermöglichen würde, die Nachmittagsbetreuung ohne den Einsatz von Fachkräften fortzuführen.  Soweit notwendig zahlt die Stadt die Fortbildung zu Übungsleiter_innen.  Ein vergleichbares Modell kann über Minijobs eingerichtet werden. Sollten diesem Ansatz zur Erweiterung von Öffnungszeiten Vorschriften durch den KVJS oder andere Behörden im Wege stehen, ist auf eine  Änderung hinzuwirken oder mindestens die Schaffung von Modellprojekten zu fordern.

Begründung: Dadurch könnte (anders als bei den bisherigen Versuchen der Verwaltung Studierende zu finden) eine win-win-Situation entstehen – sowohl finanziell wie auch als Vorteil im Studium durch den Lerneffekt für die Studierenden. Mit dem IfS könnte auch über die Vergabe von Creditpoints für die Übernahme einer entsprechenden Aufgabe verhandelt werden.

5. Als weiteres Element in der Abdeckung eines größeren Angebots von Randöffnungs-zeiten werden die Bedingungen erleichtert, unter denen Eltern (z.B. solche, die Teilzeit arbeiten) eine Betreuung von Kindern in den Räumen der jeweiligen Kita übernehmen können.

Begründung: Haftungsfragen, die dem bisher im Wege stehen, sind nicht banal, sollten aber auch nicht d i e unüberwindliche Hürde bei diesem Problemlösungsansatz darstellen. Deswegen müssen diese Fragen möglichst zeitnah geklärt werden.

6. Die Akquise weiterer Fach- und Zusatzkräfte muss im Mittelpunkt der kollektiven Anstrengungen der Verwaltung stehen. Die Fraktion(en) verkennen nicht Umfang und Intensität der – durchaus auch erfolgreichen – Bemühungen der Stadtverwaltung, über verschiedene Projekte und Programme Personal zu akquirieren, auszubilden und auch zu halten. Dennoch ist zu konstatieren, dass noch mehr geschehen bzw. mindestens versucht werden muss.

6a.Die bereits im Haushalt 2022 verankerte Kampagne für Sozial- und Erziehungsberufe muss zeitnah in eine echte, nach außen gerichtete, Werbekampagne vor allem zur Anwerbung von Quereinsteiger_innen erweitert werden. Eine besonders wichtige Zielgruppe könnten auch BufDis im Seniorenalter sein. Die Verwaltung stellt zeitnah dar, welche zusätzlichen Personal-kapazitäten bzw. Finanzmittel sie benötigt, um die geplante und in Teilen umgesetzte Kampagne auszuweiten.

Begründung:  Es reicht unserer Auffassung nach nicht aus, nur die Arbeitgebermarke zu verbessern. Auch die Werbung in sozialen Netzwerken erzielt dabei keinen vergleichbaren Effekt. Denn es soll auch um Menschen gehen, die nicht aktiv suchen, aber sich angesprochen fühlen könnten.

6b. Für eine möglichst rasche Bearbeitung und positive Rückmeldung auf Bewerbungen von

Fachkräften, Quereinsteiger_innen und anderen Zusatzkräften wird eine zusätzliche Verwaltungsstelle in der Fachabteilung geschaffen, die sich vorrangig mit der umfassenden Information über alle von der Stadt gewährten Vergünstigungen, der Ausarbeitung von Verträgen und allen damit zusammenhängenden formalen Aspekten beschäftigt.

7. Große Arbeitgeber, insbesondere die Universität und das UKT werden seitens der Stadt aufgefordert, ihre Angebote (explizit über das Studierendenwerk) wieder zu erweitern, u.a. mit an die Anforderungen des Schichtdienstes angepassten Öffnungszeiten.

Begründung: Insbesondere das Vorgehen des Studierendenwerks mit der Schließung von Kitas war schon zum Zeitpunkt der Schließungen kontraproduktiv und widerspricht den Grundsätzen einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Stadt, Universität und Uni-Klinikum.

8a. Der Titel der Vorlage für die Veränderung der Öffnungszeiten, nämlich strukturelle Öffnungszeitreduzierung“ wird gestrichen oder durch eine andere Formulierung ersetzt.

Begründung: Die generelle Absicht der Verwaltung, durch ihre Vorlage zu einer „zeitstabilen und verlässlichen Angebotsstruktur“ in Zeiten des Fachkräftemangels zu kommen, ist zu würdigen. Dabei wurde die Situation der Eltern, aber auch die der Erzieher_innen in den Einrichtungen in den Blick genommen. Beide Gruppen brauchen zweifellos ein höheres Maß an Stabilität und Verlässlichkeit, als dies im abgelaufenen Jahr der Fall war. Der Titel der Vor-lage für die Veränderung der Öffnungszeiten, nämlich strukturelle Öffnungszeitreduzierung, hat allerdings zu massiver Verunsicherung der Eltern geführt, weil für sie dadurch der Eindruck entstand, dieses Modell entspringe nicht einem aktuellen Notstand, sondern solle generell so bestehen bleiben.

8b. Die auf S. 3 der Vorlage unter Sachstand gebrauchte Formulierung „durch die vorgesehene strukturierte Öffnungszeitreduzierung werden die aktuell unbesetzten Stellen eingespart“ wird gestrichen oder durch eine Formulierung ersetzt, ….

Begründung: … die nicht den Eindruck erweckt, dass diese Stellen nicht mehr im Stellenplan der Abteilung vorhanden seien, was de facto nicht der Fall ist.

Für die SPD-Fraktion: Ingeborg Höhne-Mack