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AKTUELLES

DER ROTE FADEN

Am Samstag, 10. März, fand die Jahreshauptversammlung der Tübinger SPD statt.

Für den ROTEN FADEN (Zeitung des Ortsvereins) hat der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion den folgenden Arbeitsbericht vorgelegt:

Bericht der SPD-Gemeinderatsfraktion

Grün-Rot im Land schafft auch neue Perspektiven für unsere Stadt

Mit dem Regierungswechsel im Land hat sich auch für die Kommunalpolitik vieles zum besseren geändert. Nicht nur, aber vor allem in der Bildungspolitik. Dass jetzt in drei Arbeitsgruppen und einem Lenkungskreis in Tübingen über die rasche konkrete Umsetzung längeren gemeinsamen Lernens in unserer Stadt beraten wird, war vor einem Jahr noch unvorstellbar. Aber auch die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt verbessert sich deutlich. Gelder, die durch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer in die Landeskassen fließen, werden für die Kleinkindbetreuung und Schulsozialarbeit an die Kommunen weitergeleitet. Das Land macht endlich seine Hausaufgaben und Tübingen profitiert dadurch mit 7,5 Millionen im Jahr 2012! Die Koalition im Land lässt Grüne, OB Palmer und die SPD bei vielen, wenn auch nicht bei allen Fragen auch in Tübingen zu engeren Partnern werden.

Zu einzelnen Themenfeldern des letzten Jahres:

1. Haushalt und Finanzen

Die Finanzkrise ist vorbei, die Konjunktur brummt und die Eurokrise schlägt sich bislang nicht auf das Steueraufkommen nieder. Wir hoffen alle, dass es dabei bleibt. Für das Jahr 2012 werden für Tübingen Rekordnettosteuereinnahmen von 76 Millionen Euro erwartet. Dennoch ist eine Handlungsfähigkeit der Stadt, die zur Sicherung der sozialen Infrastruktur und zu Investitionen befähigt, nur zu erreichen, wenn drei Dinge Bestand haben: die jetzt erreichte, echte Kofinanzierung der Kleinkindbetreuung durch das Land, die in den Jahren 2009/10 beschlossene Haushaltkonsolidierung und die vollzogene Erhöhung von Gebühren und Steuern. Wegen der moderaten Gewerbesteuererhöhung auf Reutlinger Niveau wurde der Haushalt 2011 alleine von Grün/Rot beschlossen. Wir sind davon überzeugt, dass auch die Wirtschaft ihren Beitrag zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen leisten muss und stehen zu dieser Erhöhung, die bewusst erst nach der Konjunkturerholung beschlossen wurde.
Bei den Vereinszuschüssen werden wir weiterhin darauf achten, dass keine funktionierenden Strukturen zerstört werden. Es ist aber richtig, sowohl im Kultur- als auch im Sozialbereich die Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen und konzeptionell zu entscheiden, was durch die Kommune finanziert wird. Wegen der verbesserten Finanzsituation konnten die geplanten Zuschusskürzungen im Sozialbereich bis zum Vorliegen einer Sozialkonzeption ausgesetzt werden. Die wird ergebnisoffen zu diskutieren sein und dann ist neu zu entscheiden. Ein besonderes Augenmerk werden wir auch auf die Situation der Arbeitnehmer legen. Einem Antrag der SPD folgend, wird derzeit von der Verwaltung die Situation der Beschäftigten bei allen städtischen Zuschussempfängern systematisch erhoben.
Durch die Konsolidierung bis an die Grenzen belastet sind die Beschäftigten in der Stadtverwaltung, in manchen Bereichen wie dem Bereich Kinderbetreuung und Stadtentwicklung/Planung auch darüber hinaus. Wir werden deshalb in diesen Bereichen auch wieder neue Stellen befürworten.

2. Bildung und Betreuung

Tübingen hat bei den unter 3-Jährigen mittlerweile eine Betreuungsquote von 54 % erreicht. Das ist in ganz Baden-Württemberg unübertroffen. Darauf dürfen wir Sozialdemokraten, die wir den Ausbau immer vorangetrieben haben, stolz sein. Das Ende von Wartelisten ist in Sicht. Einer besonderen Kraftanstrengung bedurfte es im vergangenen Jahr, auch ausreichend Ganztagesplätze im Kindergartenalter zu schaffen.
Wir achten darauf, dass bei allen Bildungsprojekten Inklusion immer mitgedacht wird. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das geplante integrative Kinderhaus in der Alten Weberei.
Gleich drei Gemeinschaftsschulen wurden von Tübingen beantragt und werden von uns unterstützt. Alle 3 werden zu den 30 Pilotschulen im ersten Jahr gehören! Endlich hat das Konzept der Französischen Schule, gemeinsam von Klasse 1 bis 10 zu lernen, konkrete Realisierungschancen. Ein weiteres Gemeinschaftsschulkonzept wird von der Werkrealschule Innenstadt und der Albert-Schweitzer-Realschule entwickelt. Ein bereits erprobtes Konzept kann die GSS mit der Erweiterten Kooperation vorweisen.
Wir haben den weiteren Ausbau der Schulsozialarbeit beantragt und werden uns weiter für ein bezahlbares Mittagessen für alle Schüler einsetzen. Preise über 4 Euro sind auch für Normalverdiener zu hoch. Warum sich das den Grünen nicht erschließt, ist eines der Tübinger kommunalpolitischen Rätsel.
Beschlossen wurde 2011 endlich der Erweiterungsneubau des Uhlandgymnasiums, die Finanzierung des Bildungshauses am Lindenbrunnen steht. Einem SPD-Antrag folgend, ist 2012 auch die notwendige Modernisierung der Fachräume am Carlo-Schmid-Gymnasium geplant.

3. Stadtentwicklung und Wohnen

Initiativen der SPD-Fraktion sind die Planungswerkstätten zum Uni-Campus und die zahlreichen Runden Tische zur Entwicklung des Südlichen Stadtzentrums verdanken. Beim Thema Campusgelände konnten in einem konstruktiven Dialog die strittigen Fragen auf zwei verbleibende Probleme reduziert werden: die weitere Nutzung der Mensa Wilhelmstrasse und der Erhalt oder Abriss des Hörsaals der Alten Physik. Bei der fälligen Entwicklung des südlichen Stadtzentrum werden im diesem Jahr mit dem Abriss der Ruine an der blauen Brücke die ersten sichtbaren Fakten geschaffen werden. Wir begleiten konstruktiv den Prozess, das Stadtentree am Bahnhof aufzuwerten und mehr innerstädtische Handelsflächen zu schaffen. Die Stärkung des innerstädtischen Handels und der Altstadt ist im Tübinger Interesse.
Nicht einverstanden sind wir hingegen mit dem Ansinnen, in Tübingen nur noch qualitativ hochwertigen, sprich auch teuren Handel zu befördern. Nichts gegen Markenprodukte und Bio, aber wir machen auch Politik für Menschen, die aufs Geld achten müssen. Deshalb stehen wir der Ansiedlung von Decathlon im Marktkauf-Gebäude aufgeschlossen gegenüber. Damit würde ohne Ausweitung der dezentralen Handelsflächen eine attraktive Erweiterung des Tübinger Angebots mit überörtlicher Ausstrahlung erreicht. Im Gegensatz zu unserem Oberbürgermeister sind wir nicht der Meinung, dass uns die kontinuierliche deutliche Abnahme der Kaufkraftbindung von Tübingen kalt lassen sollte.
In unserem Wahlprogramm haben wir zum Thema Mühlstraßensperrung betont, dass wir dies bei allem offensichtlichen Nutzen für das Südliche Stadtzentrum nicht auf Kosten anderer, sprich v. a. der Weststadt, aber auch der Gartenstraße gutheißen werden. Die SPD hat deshalb die Entwicklung eines Maßnahmenpaketes zur Entlastung der Weststadt beantragt. Dies muss auch die Reihenfolge sein: Erst wenn konkrete Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht worden sind, sollte in einem Bürgerentscheid über eine Sperrung entschieden werden.
Tübingen wächst weiterhin, und dies ohne Flächenversiegelung im Außenbereich. Die Erfahrungen zeigen aber, dass bei Verdichtungen in der Stadt klare Kriterien notwendig sind. Auf unseren Antrag hin wurde deshalb ein entsprechender Katalog entwickelt und beschlossen. Weitgehend abgeschlossen sind die Vergaben in der Alten Weberei. Es ist erfreulich, dass es voraussichtlich gelingen wird, einen Anteil an gefördertem Wohnraum von 10 -15 % zu erreichen.

4. Kultur

Im Haushalt 2011 konnten durch Rot/Grün gegen den Willen der Verwaltungsspitze Gelder für einen Geschichtspfad zur NS-Zeit eingestellt werden, der jetzt realisiert werden kann. Die Erinnerungskultur beschäftigt uns auch beim Thema Güterbahnhof. Gemeinsam mit der FDP und den Linken hatten wir beantragt, dass der städtebauliche Wettbewerb für die Entwicklung des Areals die Erhaltung der denkmalgeschützten Lagerhalle und dort insbesondere der Erhalt des dort befindlichen Beobachtungsturms aus der Zeit der Nazi-Herrschaft vorsehen sollte.
Ein Dauerbrenner 2011 war und ist die krisenhafte Finanzsituation der Musikschule. Alle – Leitung und Beschäftigte – müssen sich an den notwendigen Sanierungsanstrengungen beteiligen. Eine Schließung der Musikschule kann und darf aus unserer Sicht kein Thema sein.

5. Sport

Es ist beachtenswert, dass die Vertreter des Sports in Tübingen eigene Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung eingebracht haben und somit einen überaus konstruktiven Beitrag leisteten. Auch der gerade erst bestätigte Konsens der Tübinger Sportvereine über die Prioritätenrangfolge im Sportstättenbau verdient Anerkennung. Wir haben uns in den Haushaltsverhandlungen 2011 erfolgreich für eine Aufnahme der ersten Priorität, der Bühler Sportplatzsanierung, in die Finanzplanung 2014 engagiert und werden uns weiter für die Umsetzung einsetzen.

5. Ökologie und Umwelt

Auch auf diesem Gebiet hat der Regierungswechsel in Stuttgart sehr positive Auswirkungen auf die Kommunalpolitik. Nachdem die CDU jahrzehntelang die Nutzung der Windkraft in BW verhindert hat, stehen jetzt die Türen offen. Wir unterstützen ausdrücklich die Strategie der Tübinger Stadtwerke, in den nächsten 4 Jahren 50 Millionen Euro in die Windenergie zu investieren, um im Jahr 2016 50 % des im SWT-Netz abgesetzten Stroms aus ökologischen Stromerzeugungsanlagen zu gewinnen.

Wie Ihr seht, es sind spannende kommunalpolitische Zeiten, wir arbeiten daran, dass sie auch eine sozialdemokratische Handschrift tragen.

Martin Sökler, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion

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AKTUELLES

Doppelnull und deutlichere Akzente

Anträge der SPD-Fraktion zum Haushalt 2012

Wir unterstützen die Verwaltung beim Ziel der sogenannten „Doppelnull“, das heißt, in diesem Jahr keine Kredite aufzunehmen und die Rücklagen unangetastet zu lassen. Wann, wenn nicht in dem Jahr mit den höchsten Nettosteuereinnahmen überhaupt, sollte es gelingen, die Verschuldung zurückzuführen.

Wir wollen aber die Gestaltungs- und Investitionsfähigkeit, die die Stadt Tübingen durch die verbesserten Einnahmen, die erfolgreiche Konsolidierung und die Landesmittel von über 5 Millionen Euro für die Kleinkindbetreuung und Schulsozialarbeit erhält, noch akzentuierter nutzen, als es die Verwaltungsvorlage vorsieht. Die hohen Landes- und auch Bundesmittel (Bildungs- und Teilhabepaket) dürfen nicht nur zur Refinanzierung ohnehin geplanter Maßnahmen genutzt werden, sondern müssen in Tübingen auch zu spürbaren Verbesserungen führen.

Deshalb beantragen wir im Bildungsbereich:

– Neubau des Kinderhauses in Hagelloch. Das ist unter energetischen Gesichtspunkten sinnvoll.

– Umbenennung und Aufstockung der Sonderrücklage Gemeinschaftsschule in eine Rücklage für Schulbau und Schulsanierung; dazu die raschere Evaluation und gegebenenfalls auch schon die Planung für die Schule am Hechinger Eck und für die Grundschule Winkelwiese

– Ermöglichung des Umbaus des Gärtnereihofs zur Sporthalle durch den SV03 und damit Schaffung von Kapazitäten für den Schulsport und die Erstliga-Basketballspieler nach dem Grundsatzbeschluss zum Umzug der Kommunalen Servicebetriebe Tübingen.

– Ausbau der Schulsozialarbeit auch an Gymnasien

– Erhöhung der Subvention für das Schulessen

– Verbesserung der Personalausstattung des Medienzentrums in der Uhlandstraße und damit die Ermöglichung längerer Öffnungszeiten

Die verbesserte Handlungsfähigkeit der Stadt lässt aus unserer Sicht auch ein rascheres Vorankommen in der Sportstättenplanung zu mit der Finanzierung des Sportplatzes in Bühl 2012/13. Damit wird auch anerkannt, dass der Tübinger Sport große Einigkeit über die Prioritätensetzung erreicht hat.

Bei der Kulturkonzeption zeichnet sich kulturelle Bildung schon als ein Schwerpunkt ab. Deshalb wollen wir die Unterstützung der Familienbildungsstätte ausbauen. Der Club Voltaire sollte bei seinen Investitionen unterstützt werden. Das Filmfestival Cine latino verdient wie das arabische und das Frauenfilmfestival stärkere Unterstützung. Und wir wollen, dass Intendanz und Schauspieler des Zimmertheaters endlich nach Tarif bezahlt werden.

Zur Gegenfinanzierung schlagen wir vor allem eine weniger starke Aufstockung des Sammelnachweises 2 vor. Auch mit dem von uns vorgeschlagenen Volumen steigt der Topf um mehr als 1 Million und lässt über die Substanzerhaltung hinaus das Abarbeiten von Sanierungsrückständen zu. Zudem handelt es sich beim vorgeschlagenen Kinderhaus Hagelloch auch um eine Sanierungsmaßnahme. Weiterhin erwarten wir höhere Einnahmen durch Grundstücksverkäufe. Der Erlös, der durch den Verkauf des Hauses im Wiesenweg in Hirschau nach dem Umzug der Kita in das Alte Schulhaus erzielt werden wird, war u. E. bislang nicht im Haushalt abgebildet.

Unter dem Strich führen unsere Vorschläge, nimmt man noch den vorgeschlagenen Verzicht auf 0,55 Stellenanteile hinzu, zu einem weiterhin ausgeglichenen Ergebnis.

Dr. Martin Sökler
Fraktionsvorsitzender

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AKTUELLES

Hallbzeitbilanz der Fraktion und Haushalt 2012

Mitgliederversammlung der Tübinger SPD mit Themen der Tübinger Kommunalpolitik

Dienstag, 7. Februar 2012 um 20 Uhr im Bürgerheim
(„Hofstüble“), Schmiedtorstr. 2 (Eingang über Hof, Zugang barrierefrei)

Teil 1:
Alles im Plan? – Halbzeitbilanz der SPD-Gemeinderatsfraktion

Es referiert Dr. Martin Sökler, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.

Teil 2:
Städtischer Haushalt 2012 – schwarze Zahlen mit roter Finanzpolitik?

Es referiert Michael Lucke, Erster Bürgermeister der Stadt Tübingen.

Im Anschluss Diskussion.
Anregungen an die Fraktion und an die Verwaltung sind ausdrücklich erwünscht!

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ANTRÄGE

Mehr Zuwanderung – in die Amtsstuben!

Der öffentliche Dienst muss Vorbild sein.

ANTRAG DER SPD-FRAKTION VOM 26. Januar 2012

Programm für mehr Auszubildende mit Migrationshintergrund

Antrag:

Die Verwaltung erarbeitet ein Programm mit dem Ziel, den Anteil der Migrantinnen und Migranten unter den Auszubildenden der kommunalen Verwaltung zu erhöhen.

Begründung:

In integrationspolitischen Debatten wird – auch in Tübingen – immer wieder das Ziel genannt, mehr Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst zu beschäftigen, da dieser Personenkreis im Bereich der Verwaltung deutlich unterrepräsentiert ist. Dies liegt freilich unter Anderem daran, dass Migrantinnen und Migranten sich selten für eine Ausbildung innerhalb der Verwaltung entscheiden. Mit einem Programm für mehr Auszubildende mit Migrationshintergrund in der städtischen Verwaltung legt die Stadt einen Grundstein dafür, langfristig die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund zu erhöhen.
Ein solches Programm muss die besonderen Hemmschwellen für Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund der Verwaltungssprache berücksichtigen. So könnte beispielsweise der eigentlichen Ausbildung ein sechsmonatiges bezahltes Praktikum inklusive einem Kurs in Verwaltungsdeutsch vorausgehen. Hierbei ist z.B. an eine Kooperation mit der Volkshochschule oder InFö zu denken.
Die Förderung der Migrantinnen und Migranten innerhalb der Verwaltung ist im Sinne des Integrationskonzeptes und deckt dabei insbesondere die Handlungsfelder „Soziale Partizipation und Erwerbsleben“ und „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“ ab.

Für die SPD-Fraktion

Dorothea Kliche-Behnke

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MITTWOCHSPALTEN

Rot-Grüne Früchte

MITTWOCHSPALTE DER SPD-FRAKTION VOM 18. JANUAR 2012

Nach neun Monaten rot-grüner Landesregierung kann Tübingen schon die ersten rot-grünen Früchte ernten.
Von den 30 geplanten Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg haben gleich drei Schulen in Tübingen den Zuschlag bekommen, sie können im neuen Schuljahr als Gemeinschaftsschulen starten. So wird sich die Schullandschaft in Tübingen deutlich verändern und das von der SPD geforderte, längere gemeinsame Lernen wird in Tübingen schon dieses Jahr realisiert.
Für den Ausbau der für uns Sozialdemokraten sehr wichtigen Schulsozialarbeit stellt das Land ebenfalls mehr Geld zu Verfügung.
Weiterhin konnte letzte Woche in Tübingen das erste Kompetenzzentrum für Schulpsychologie eröffnet werden.

Für den in Baden-Württemberg unübertroffenen Kita-Ausbau wird Tübingen jetzt richtig belohnt. Alleine für die Tübinger Kleinkindbetreuung kommen jährlich über 6 Millionen Euro mehr an Landeszuschuss in den Haushalt. Damit wird sichergestellt, dass der Ausbau der Kleinkindbetreuung weiter fortgesetzt werden kann und Wartelisten bald der Vergangenheit angehören. Die SPD-Fraktion freut sich über diesen weiteren, wichtigen Schritt zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wenn wir auch im Bund eine vernünftige Regierung hätten, dann wäre die „Herdprämie“ für Familien, die ihr Kind zu Hause und nicht in der Kita betreuen lassen möchten, undenkbar. Alle Experten sagen, dass dies gerade die Kinder der frühkindlichen Bildung entziehen wird, die sie dringend brauchen.

Ab sofort nimmt sich unsere neue Landesregierung auch des ErzieherInnenberufs an und startet Ende Januar mit dem „Kitagipfel“ einen Vorstoß zu neuen Wegen bei der Ausbildung.
Für eine bessere Bezahlung der Fachkräfte im Kinderbetreuungsbereich und für eine Aufwertung dieses wunderschönen Berufes werde ich mich auch persönlich als neue Landesvertreterin der GEW für die Baden-Württembergischen Kindertageseinrichtungen einsetzen.
Aber auch auf dem Feld der Qualität in Kindertageseinrichtungen müssen aus Sicht der SPD noch weitere Verbesserungen folgen. Das vom Bund geförderte Sprachförderprogramm für sieben Tübinger Schwerpunktkitas ist ein wichtiger Baustein. Mittelfristig bleibt für uns auch die Forderung nach Gebührenfreiheit auf der Tagesordnung. Für die SPD darf Bildung vom Kindergarten bis zur Uni nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Hier müssen rote Früchte noch reifen.

Manuela Heffner

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AKTUELLES

TüBus umsonst?

Stadtverkehr Tübingen – neu denken

SPD und AL/GRÜNE laden ein zur Diskussion
Mittwoch, 25.01. 2012, 20.00 Uhr
barrierefreie Cafeteria der Stadtwerke, Eisenhutstraße 6

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einer Tübinger Bushaltestelle und steigen einfach ein, ohne Fahrschein – egal wann, egal wo.

Stellen Sie sich vor, alle Tübingerinnen und Tübinger beteiligen sich an der Finanzierung und an der Ausgestaltung der Linien unseres Stadtverkehrs.

Stellen Sie sich vor, Tübingen wird zur ersten Stadt Deutschlands mit einem umlagefinanzierten öffentlichen Nahverkehr.

Diese Idee und die Möglichkeiten und Hindernisse für die Realisierung wollen wir gemeinsam mit Verkehrsexperten diskutieren.
Über Ihr Kommen freuen sich die Gemeinderätinnen

Uli Baumgärtner (Al/Grüne) und Manuela Heffner (SPD).

Auf dem Podium:

Andreas Foitzik (Gruppe ZAK, Tü), Prof. Axel Friedrich (Verkehrsexperte, Berlin), Hans-Jürgen Hennig (Stadtverkehr Tübingen) und Gerd Hickmann (Landesverkehrsministerium BW)

Achtung! – Die nachfolgende Grafik gilt als Fahrschein für Hin- und Rückfahrt zum und vom Veranstaltungsort. (Bitte kopieren und ausdrucken)

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AKTUELLES

Gute Wünsche

Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Tübinger Gemeinderat wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, allen Freundinnen und Freunden und allen Besuchern dieser Homepage schöne, erholsame, friedliche Feiertage und ein gutes Jahr 2012.

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LESERBRIEFE

Das Bessere ist der Feind des Guten

Leserbrief zu S21 und zum Volksentscheid am 27.11.2011

In Tübingen ist auf Plakaten zu lesen: „Ja zu modernem Verkehr im ganzen Land“. Das kann man sofort unterschreiben. Nur die Schlussfolgerung daraus, am kommenden Sonntag für den Ausstieg zu stimmen, ist falsch. Das Gegenteil ist richtig. Nur wenn die Volksabstimmung ein Nein zum Ausstieg ergibt, wird Baden-Württemberg auf Sicht von Jahrzehnten eine Modernisierung seiner Bahninfrastruktur erfahren. Es geht darum, ob wir 2020 eine Beschleunigung des Fern- und Regionalverkehrs bekommen. Es geht darum, ob wir deutlich mehr barriere- und umsteigefreie Direktverbindungen haben werden. Wir entscheiden darüber, ob der Flughafen und die Messe und mehrere hunderttausend Menschen auf den Fildern einen Anschluss an den Fernverkehr bekommen.

Manche befürchten, dass wegen des vielen Geldes für S21 etwa die Elektrifizierung der Hohenzollern- und der Gäubahn auf der Strecke bleiben. Wahrscheinlicher ist aber, dass durch den Schub, den der Bahnverkehr durch S21 erfährt, der Modernisierungsdruck steigt und die für unsere Region so wichtigen Projekte früher kommen.

Auch diejenigen, die der Meinung sind, mit einem modernisierten Kopfbahnhof oder mit der Kombi-Lösung ließen sich die Verkehrsprobleme besser lösen, müssen sich die Frage stellen, ob hier nicht das vermeintlich Bessere der Feind des Guten ist. Wir haben jetzt die konkrete Chance, einen großen Schritt nach vorne zu tun, wenn wir das geplante, beschlossene und finanzierte Projekt von S21 auch weiter umsetzen. Alternativ geht es mit dem Ausstieg zurück auf Null und das für viel Geld. Deshalb gehen Sie am Sonntag zur Abstimmung und stimmen Sie wie ich mit Nein zum Ausstieg.

Dr. Martin Sökler
Vorsitzender der SPD-Fraktion

22.11.2011

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WEITERES

So viel rechthaberischer Aufwand für Bahnhöfe

F.C. Delius, diesjähriger Träger des Büchnerpreises, erhielt in seiner Dankesrede großen Applaus für diese Äußerung: „Wo schwanken die Fundamente denn nicht? So viel emotionaler, rechthaberischer Aufwand für Bahnhöfe, aber wenn es um die Abschaffung der Demokratie geht vor unserer Haustür in Ungarn und in Italien, warum herrscht dann das große Gähnen?“

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MITTWOCHSPALTEN

Den Handelsstandort stärken

MITTWOCHSPALTE DER SPD-FRAKTION VOM 16. NOVEMBER 2011

Attraktiver Handel in Tübingen

Vor wenigen Wochen ermittelte die IHK, dass die Kaufkraftbindung der Stadt Tübingen auf 76,6 % gesunken ist, ein extrem niedriger Wert. Das heißt, das wir Tübinger zum Einkaufen mehr und öfter woanders hinfahren als Menschen aus dem Umland zu uns kommen.. Das sollte nicht so bleiben. Deshalb ist es richtig und wichtig, die Entwicklung im südlichen Stadtzentrum voranzutreiben und dort Handelsflächen in attraktiver Umgebung zu schaffen. Das wertet die gesamte Innenstadt auf.

Eine weitere Stärkung würde der Handelsstandort Tübingen durch die Ansiedlung eines Decathlon-Marktes im Marktkauf-Gebäude erfahren. Manche sagen, Decathlon passe nicht zu Tübingen und seinem qualitätsvollen Fachhandel. Nur, nicht jede Familie kann alle Mitglieder regelmäßig mit Markenartikeln ausstatten. Ein günstiger Sportmarkt in Tübingen erweitert das Angebot gerade für die Tübingerinnen und Tübinger, die aufs Geld schauen müssen.

Es ist richtig, dass ein Decathlon an der Reutlinger Strasse Konkurrenz für Fachgeschäfte in der Innenstadt bedeutet, deutlich mehr aber noch für Discounter, die wir nicht besonders schützen müssen. Zudem ist Tübingen keine Insel. Versperrt sich Tübingen einer Decathlon-Ansiedlung, so ist eine Filiale in der Nachbarschaft wahrscheinlich – womöglich auf der grünen Wiese mit Versiegelung neuer Flächen Bei uns hingegen würde der Sportmarkt auf einem bereits entwickelten, ins Stadtgebiet integrierten Standort, auf dem im übrigen schon jetzt Handel mit innenstadtrelevanten Waren betrieben wird, entstehen. Tübingen braucht Handel mit Magnetwirkung. Es wäre schön, wenn auch die Reutlinger mal zum Einkaufen nach Tübingen fahren würden.

Die Entscheidung über Decathlon wird im März 2012 fallen. Bereits in 10 Tagen sind wir alle zu Stuttgart 21 gefragt. Es ist wichtig, dass möglichst viele sich an der Abstimmung beteiligen, damit das Votum eine breite Legitimation hat. Dabei geht es nicht um die Abstimmung zwischen 2 Alternativen, sondern um Stuttgart 21 oder erst mal lange nichts. Für uns Tübinger geht es darum, ob wir 2020 jede halbe Stunde in 35 Minuten zum Flughafen fahren können und 4 Verbindungen pro Stunde nach Stuttgart bekommen oder ob der Zug auch noch in 20 Jahren mit Tempo 60 durchs Neckartal zuckelt. Sagen Sie Ja zum Fortschritt in unserer Region und stimmen Sie am 27. November mit Nein zum überdies teuren Ausstieg. Ob er 350 Millionen oder 1,5 Milliarden kosten würde, es wäre in jedem Falle, wie Heiner Geisler in seinem Schlichterspruch formulierte, “ viel Geld dafür, dass man am Ende nichts bekommt“.

Dr. Martin Sökler
SPD-Fraktion