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AKTUELLES

Die Mietpreisbremse greift

Pressemitteilung der SPD-Fraktion vom 26. Juni 2015

„Es kann nicht sein, dass eine anständige Mietwohnung ein Luxusgut ist.“ So Dr. Martin Sökler, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Tübinger Gemeinderat. „Tübingens Mietniveau ist bekanntermaßen hoch, da musste eine Bremse her“, fährt er fort. „Normalverdiener müssen in Tübingen eine bezahlbare Wohnung finden.“ Martin Sökler und seine Kollegin Hannah Tiesler sind froh, dass die grün-rote Landesregierung die Instrumente bereitstellt, Mietsteigerungen im Rahmen zu halten. Weil Tübingen einen sehr angespannten Wohnungsmarkt hat, erlaubt die neue Rechtslage, die am 1. Juli wirksam wird, Mieterhöhungen in bestehenden Mietverhältnissen auf 15 Prozent innerhalb von drei Jahren zu deckeln. Bisher waren es 20 Prozent.
Hannah Tiesler ergänzt: „Für Tübingen wird eine Bremse auch für Wiedervermietungen gelten müssen“. Nur noch maximal 10 Prozent sollen die Mieten nach den Absichten der Landesregierung über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Eine Regelung erhofft die SPD-Fraktion bis zum Herbst.
Beiden sind aber auch die kommunalpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten wichtig. Die SPD-Fraktion unterstreiche ihre Forderung, in Neubaugebieten auf deren Entwicklung die Stadt Einfluss nehmen kann, Mindestquoten für den sozialen Wohnungsbau durchzusetzen.
Daneben sei es der Fraktion wichtig, Wohnprojekte nach dem Genossenschaftsmodell ebenso zu fördern wie das in Tübingen bewährte Bauen in Baugemeinschaften.

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ANTRÄGE

Straßenbenennung – ein geregeltes Verfahren

Antrag der SPD-Frktion vom 19. Juni 2015

Ein geregeltes Verfahren bei der Benennung von Straßen u.a.

Die Verwaltung entwickelt ein Verfahren, das zukünftig bei Benennungen von Straßen, Plätzen, Treppen etc. Anwendung findet. Dies gilt sowohl bei anstehenden neuen Bau-gebieten als auch bei Einzelbenennungen oder Umbenennungen.
Zu denken ist dabei an eine Kommission, die jeweils hinzugezogen wird, oder an eine langfristig erarbeitete Liste von möglichen Personen, nach denen Straßen u.a. benannt werden können. Das Verfahren hat zugleich lokale Gegebenheiten und das Interesse zivilgesellschaftlicher Gruppen auf Mitsprache zu berücksichtigen.

Begründung:
Bei jeder Benennung einer Straße oder Ähnlichem stellen sich immer wieder neu ähnliche Fragen: Sind die Anwohnerinnen und Anwohner ausreichend einbezogen worden? Ist die Person, nach der eine Straße benannt werden soll, ausreichend geprüft worden? Welche alternativen Namensvorschläge gibt es? Wie können Namensvorschläge eingereicht werden? Welche Kriterien wurden bei der Benennung angelegt?
Es gibt derzeit kein systematisches und transparentes Verfahren bei Straßenbenennun-gen. Dies wollen wir ändern.

Für die SPD-Fraktion
Dorothea Kliche-Behnke

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ANTRÄGE

Spracherwerb – Schlüssel für eine gelingende Integration

Antrag der SPD-Fraktion vom 19. Juni 2015

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit geeigneten freigemeinnützigen Trägern ein Angebot zum freiwilligen und kostenlosen Spracherwerb von Flüchtlingen zu entwi-ckeln. Insbesondere soll geprüft werden, ob es möglich ist, an geeigneten Orten zu bestimmten Öffnungszeiten frei zugängliche Lernwerkstätten einzurichten, etwa an der Volkshochschule, der Familienbildungsstätte, Infö, dem Asylzentrum.
Gedacht ist an die Kombination von drei Elementen:

a) Durchführung von Sprachkursen mit professionellen Lehrkräften auf verschiedenen Sprachstandsebenen,

b) Unterstützung des Lernens durch ebenfalls geschulte Ehrenamtliche,

c) EDV-gestützte Selbstlernprogramme. Träger, die bereits Integrationskurse oder ande-re Sprachkurse durchführen, sollten vorrangig berücksichtigt werden.

Ggfls. sind zusätzliche Kurse zur Alphabetisierung einzurichten.
Die Finanzierung soll über die Deckungsreserve Integration Flüchtlinge erfolgen (100.000 Euro)

Begründung:
Spracherwerb und Integration in den Arbeitsmarkt sind die beiden entscheidenden Schlüssel für gelingende Integration. Für die Integration in den Arbeitsmarkt sind Sprachkenntnisse Voraussetzung. Arbeitgeber, Jobcenter und Hilfsorganisationen für Flüchtlinge beklagen übereinstimmend, dass derzeit wertvolle Zeit verstreicht, weil nicht genügend Sprachkurse der Levels A1, A2, B1, B2 für alle Flüchtlinge angeboten werden. Die Wartezeiten für Zugewanderte sind deshalb entsprechend lang, zudem müssen sie von geduldeten Flüchtlingen selbst gezahlt werden. Die Flüchtlinge sind in der Wartezeit zum Nichtstun verurteilt oder nehmen die Hilfestellungen aus finanziellen Gründen gar nicht in Anspruch; beides erschwert die von allen angestrebte Integration.
Freiwillige, kostenlose Kurse werden derzeit schon im Schlatterhaus und im Asylzentrum angeboten, die Angebote sollten aber ausgebaut, und einerseits professionalisiert werden, andererseits sollen Selbstlernprozesse gefördert werden.
In einigen Fällen bedarf es zudem der Alphabetisierung, da manche Flüchtlinge nicht ausreichend lesen und schreiben können oder Schwierigkeiten mit den lateinischen Buchstaben haben.
Mit gut organisierten freiwilligen und attraktiven Angeboten zum Spracherwerb könnte die Situation entscheidend verbessert werden und Maßnahmen des Bundes und des Landes sinnvoll ergänzt werden.

Für die SPD-Fraktion
Dorothea Kliche-Behnke

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LESERBRIEFE

Regionalstadtbahn – Seriöse Vorplanung!

Leserbrief vom 15. Juni 2015 zur aktuellen Diskussion über die Regionalstadtbahn

Vorplanung – Voraussetzung für Bürgerbeteiligung

Will die Gemeinderatsmehrheit tatsächlich unnötigerweise 1,3 Millionen für die Regionalstadtbahn ausgeben oder gar Fakten schaffen vor einem Bürgerentscheid? Natürlich nicht! Es wurde alleine beschlossen, was andere Beteiligten wie die Landkreise Tübingen und Zollern-Alb für ihre Bereiche auch über das Modul I hinaus schon auf den Weg gebracht haben: eine Vorplanung, die für eine Antragsstellung zwingend notwendig ist. Zudem lässt nur eine Vorplanung, die an kritischen Punkten auch alternative Lösungsvarianten betrachten wird, eine seriöse Bürgerbeteiligung zu. Wäre man dem Vorschlag des Oberbürgermeisters gefolgt, so wären Bürgerfragen zum Stadtbahnverlauf etwa im Klinikum oder der Nordstadt nicht wirklich zu beantworten. Auch ist nur mit einer Vorplanung eine aktualisierte und exaktere Abschätzung der Kosten zu haben. Wenn aus Stuttgart 21 oder der Elbphilharmonie etwas gelernt werden kann, dann doch, dass Entscheidungsprozesse nicht auf veralteten und ungenauen Kostenschätzungen basieren dürfen.

Zum Geld: in den Vorlagen der Stadtverwaltung ist von Kosten von 915.000 – 1.215.000 € und nicht von 1,3 Millionen (wie einer Mail von OB Palmer) für die Vorplanungen und die Bürgerbeteiligung die Rede. Weniger würde es durch eine Trennung und ggf. auch Doppelung einzelner Verfahrensschritte sicher nicht. Es würde eher teurer und in jedem Falle mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Schade, dass ein grüner OB die RSB nicht wirklich zu seiner Sache macht und in Emails falsche Kostenangaben in den Raum stellt. Besagte Mail war unterschrieben mit „Unterwegs geschrieben – Tippfehler bitte entschuldigen“. Wir tun es.

Dr. Martin Sökler
Aixer Str. 14
Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion

Dazu auch ein Leserbrief von Fraktionsmitglied Hannah Tiesler:

„Gibt es für Schienenprojekte eine „Nach-S-21-Ära“? Irgendwie schon. Was gelernt wurde ist, dass Bürgerbeteiligung „richtig“ gemacht werden muss. Das bedeutet doch, dass auf Basis möglichst belastbarer Fakten diskutiert wird.
Jetzt hat die Bürgerbeteiligung noch nicht mal angefangen und schon sind Fakten verdreht: die 1,3 Mio. finden sich in den städtischen Vorlagen nicht. Es ist eine Zahl, mit der Stimmung gemacht wird!
Von so einem Niveau gilt es dringend weg zu kommen. Darum hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit Vorplanungen beauftragt um eine solide Tatsachengrundlage für die Bürgerbeteiligung zu schaffen.
Noch gibt es keine ausreichenden Informationen und Pläne. Ich bin zwar überzeugt, dass die Regionalstadtbahn für Tübingen ein riesen Gewinn wäre- aber, wer glaubt denn das einfach so?“

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ANTRÄGE

Barrierefrei – auch bei Interimsunterbringung

Die SPD-Fraktion stellt folgenden Antrag im Zusammenhang mit Vorlage 172/2015 – Interimsunterbringung von Teilen der Verwaltung in der früheren Melanchthonschule:

Die Verwaltung legt in der Sitzung des Planungsausschusses am 08.06.15 bzw. in jedem Fall vor Beginn
des Umbaus offen, wie Bürgerinnen und Bürger mit Mobilitätseinschränkungen in persönlichen Kontakt mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung treten können, die dort untergebracht sind, wenn dies, wie von der Verwaltung unter 2.4 der Vorlage geschildert, in diesem historischen Gebäude selbst offensichtlich nicht möglich sein wird.

Begründung:
Es ist einerseits nachvollziehbar, dass die Verwaltung für eine Interimslösung keine zusätzlichen Kosten durch einen barrierefreien Umbau des Gebäudes und den Einbau/Anbau eines Aufzuges in Kauf nehmen möchte. Andererseits stellen von den in der Vorlage genannten Bereichen zumindest die Stabstelle Gleichstellung und Integration sowie die Familienbeauftragte Arbeitsbereiche mit viel Publikumsverskehr dar. Es muss selbstverständlich sichergestellt sein, dass jede/r Bürger/in auch persönlich in Kontakt mit den dort Beschäftigten treten kann. Dies kann z.B. durch die Auslagerung von Sprechstundenzeiten oder bei individuellen Gesprächswünschen im sanierten Rathaus geschehen; es muss aber eine Lösung geben,
die den Anforderungen an den Schutz der Privatsphäre und an die Barrierefreiheit gleichermaßen entspricht
und die nicht zu Verzögerungen in der Verwirklichung des Kommunikationswunsches führt.

Für die SPD-Fraktion:

Ingeborg Höhne-Mack

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MITTWOCHSPALTEN

We have a dream

MITTWOCHSPALTE VOM 20. MAI 2015

Am Wochenende ist der Tübinger Integrationsbeirat zusammengekommen. Unter dem Stichwort „I have a dream“ hat er sich unsere Stadt als eine Stadt der Gerech-tigkeit und Vielfalt erträumt: In dieser Stadt haben alle Menschen gleichen Zugang zu den Bildungsangeboten und zum Arbeitsmarkt, ausländische Berufsabschlüsse werden anerkannt, es gibt keine Schulabbrüche mehr, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte beraten und entscheiden mit an Runden Tischen, aber auch in der Verwaltungsspitze und im Gemeinderat. Tübingen – eine Stadt ohne Rassismus und Diskriminierung.

Schade, dass wir noch träumen müssen. Aber wir können gemeinsam jeden Tag etwas dazu beitragen, Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen: Mit dem Asylzentrum, das Flüchtlinge unterstützt und qualifiziert, mit Sportvereinen, die sich für Integration stark machen, mit dem Land und mit der Stadt, die in die Sprachförderung für Kinder investieren. Große Vorbilder auch die Geschwister-Scholl-Schule und das Uhland-Gymnasium – Schulen, die sich innerhalb der bundesweiten Initiative „Schule ohne Rassismus“ ein Lernen und Zusammenleben ohne Ausgrenzung auf die Fahnen geschrieben haben.

Die SPD-Fraktion freut sich, dass es gelungen ist, ein breites Bündnis hinter den gemeinsamen Aufruf „Ja zur Vielfalt!“ zu versammeln – von Asyl-Freundeskreisen über Gewerkschaften, von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und von Parteien bis hin zum Weltethos-Institut. Das Zentrum für islamische Theologie ist dabei, Theater, die Volkshochschule, und viele Vereine und Initiativen machen mit. In unserem Aufruf bringen wir es zum Ausdruck: „Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Menschen, die hier leben, arbeiten oder zur Schule gehen, sind selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und bereichern unser Zusammenleben. Wir setzen uns dafür ein, dass sie hier ohne Ausgrenzung leben können.“

Machen Sie mit! Ich lade Sie alle ein, am 23. Mai um 11 Uhr auf den Tübinger Markt-platz zu kommen, mit uns zu feiern und auf unserer Kundgebung ein starkes Zeichen für Respekt und ein gutes Miteinander zu setzen. Wir wollen, dass unsere Vision von Teilhabe, Gerechtigkeit und Vielfalt kein Traum bleibt.

Für die SPD-Fraktion
Dorothea Kliche-Behnke

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AKTUELLES

Barrierefrei! Auch im Stadtwald!

Frage für die Fragestunde des Gemeinderats am 18.05.2015

Beschilderung von barrierefreien und für Kinderwagen geeigneten Wegen im Stadtwald Tübingen und im Naturpark Schönbuch

Welche grundsätzlichen Kennzeichnungen für Waldwege gibt es? Wie viele Waldwege auf Tübinger Gemarkung eignen sich für Rollstuhlfahrer/innen und Kinderwagen?

Gibt es eine Möglichkeit Waldwege im Tübinger Stadtwald und im Schönbuch vor Ort so zu kennzeichnen, dass man erkennen kann, ob sie mit einem Rollstuhl oder wenigstens mit einem Kinderwagen befahrbar sind? Ein Vorbild könnte die Datenbank des Schwäbischen Albvereins sein, der dafür zwei Symbole hat. (Die Kennzeichnung ist allerdings nicht durchgängig.)
Manchen zuerst breiten und gut gangbaren Wegen sieht man nicht an, wie sie enden, z.B. am Ende der Etappe des HW 5 in Bebenhausen am Waldhorn.

Für die SPD-Fraktion

Andrea Le Lan

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MITTWOCHSPALTEN

Barrieren weiter abbauen

MITTWOCHSPALTE VOM 18. MÄRZ 2015

Fünf Jahre nach der Unterzeichnung der Erklärung von Barcelona zieht die Stadt in diesem Jahr eine Zwischenbilanz zur Umsetzung des dazu gehörigen Handlungskonzepts. Die SPD hat diesen Prozess mit angeschoben; wir sehen, dass die Belange von Menschen mit Behinderung tatsächlich immer häufiger in kommunalen Planungen von vornherein mit bedacht werden. Und Begriffe wie Barrierefreiheit und Inklusion haben längst auch für andere Personengruppen einen Stellenwert.

Barrierefreier Wohnraum z.B. ist ein Muss für eine alternde Gesellschaft. Preiswerter Wohnraum ist eine Voraussetzung für das Leben in der Stadt für Menschen mit Handicap wie für alle anderen mit einem kleinen Geldbeutel. Dafür setzt die SPD-Fraktion sich ein, z.B. mit der Forderung nach einem 20 %-Anteil von Sozialwohnungen bei allen Neubauvorhaben in Tübingen.

137 konkrete Vorschläge enthält das Handlungskonzept, von denen, so heißt es in dem gerade vorgelegten Bericht der städtischen Koordinationsstelle, 79 bereits umgesetzt worden seien. Das ist ein großer Erfolg! Aber es müssen weitere Hürden angegangen und bewältigt werden, auch wenn Tübingen stolz auf seine Vorreiterrolle sein darf. Die Stadt übererfüllt zwar die Quote bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, aber auch hier werden Einfacharbeitsplätze abgebaut.

Tübingen hat eine Reihe von Schulen, die inklusiv arbeiten, aber an der Barrierefreiheit der städtischen Schulen insgesamt muss weiter gearbeitet werden. Die grün-rote Landesregierung stellt Mittel in erheblichem Umfang bereit um die Inklusion im Schulbereich zu fördern – das ist ein großer Fortschritt, weil es endlich der Tatsache Rechnung trägt, dass ohne gemeinsames Lernen und Leben in der Schule Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung der Zugang zu einer offenen und solidarischen Gesellschaft erschwert wird.

Die Verwirklichung von Teilhabe als zentrales Ziel kommunaler Politik muss in den nächsten fünf Jahren noch selbstverständlicher werden. Dabei gilt es auch die anderen Akteure davon zu überzeugen, dass alle von Barrierefreiheit profitieren; da geht es um die Zugänglichkeit von Gastronomie, um Kinos und andere Kulturangebote, aber auch um die Verwendung leichter Sprache, was wiederum auch für viele Migrant/innen in der Stadt hilfreich wäre. Und es geht immer wieder auch um den Abbau finanzieller Barrieren. Bei all dem sollten wir vor allem die Betroffenen selbst sehr viel stärker mit einbeziehen – auch dafür wird die SPD sich weiter einsetzen.

Ingeborg Höhne-Mack,

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AKTUELLES

Haushalt 2015 – Das wollen wir.

Für die Beratung des Haushalts 2015 hat die SPD-Fraktion ihre Anträge formuliert.
Im Folgenden erläutern wir die Ausgangslage und stellen unsere Schwerpunktsetzungen vor:

Die Handlungsspielräume sind kleiner geworden. Zwar sind weiterhin ordentliche Steuereinnahmen zu erwarten. Aber die unabweisbaren Ausgaben steigen an. Das betrifft vor allem die Personalausgaben. Der Verwaltungshaushalt wird nur einen verminderten Überschuss ausweisen. Deshalb ist das Bemühen der Verwaltung, den Ausgabenanstieg zu begrenzen, prinzipiell zu begrüßen. Aus unserer Sicht ist bei einem Netto-Zuwachs von 40 Stellen nach den Erfahrungen der letzten Jahre sogar noch eine weitere Einsparung durch „Fluktuationsgewinne“ von 300.000 € bei den Personalausgaben realistisch.

Niemand weiß, wie sich die Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten 5 Jahren entwickeln werden. Deshalb ist die vorsichtige Schätzung der Verwaltung im Finanzplanungszeitraum vernünftig. Für das Jahr 2015 ist Stand Februar 2015 allerdings keine Eintrübung der Konjunktur zu erwarten, so dass eine Gewerbesteuereinnahme in der Größenordnung der beiden Vorjahre für dieses Jahr realistisch erscheint. Wir gehen von einem um eine Million höheren Ansatz für 2015 als die Verwaltung aus.
Eine Ausgabenbegrenzung darf allerdings nicht nach dem Motto „erst Gas geben, dann eine Vollbremsung“ erfolgen.
Deshalb sehen wir bei unserem Schwerpunktthema Bildung und Betreuung noch Änderungsbedarf:

• Eine Rücknahme der Schließtage-Reduktion bei den städtischen Kitas von 30 auf 25 Schließtage lehnen wir ebenso ab, wie eine Schließtage-Reduktion ohne zusätzliches Personal. Wir wollen vielmehr diese bereits beschlossene und breit angekündigte und familienpolitisch sehr wichtige Maßnahme mit neuen Stellen realisieren. Um diese Mehrausgabe von jährlich 315.000 € zu ermöglichen (und auch nur dann), würden wir auch eine moderate Erhöhung der Betreuungsgebühren (nach 4 Jahren ohne Erhöhung) schweren Herzens akzeptieren.
• Eine klare Verschlechterung des Stellenschlüssels bei der Schulkindbetreuung wie von der Verwaltung im Haushalt vorgeschlagen, wollen wir nicht. Wir können allenfalls eine Abrundung der Stellenanteile auch aus Praktikabilitätsgründen auf eine 1/4 Stelle genau mittragen. Dies erfordert in der Summe die Schaffung einer weiteren Stelle.
• Die Schulsozialarbeit an den Gymnasien hat sich bewährt; sie ist absolut not-wendig. Wir beantragen einen bescheidenen Einstieg in eine schülerzahlbezogene Stellenberechnung auch an den Gymnasien. Das erfordert die Schaffung einer zusätzlichen halben Stelle.
• Das Schulzentrum Feuerhägle braucht dringend eine Mensa. Wir schlagen eine Realisierung bereits in den Jahren 2016/17 vor.

Bezahlbares Wohnen:
Der Wohnungsmarkt ist weiter sehr angespannt. Wir schlagen vor, das auf unseren Antrag hin im Jahr 2013 bereits angewandte und bewährte Instrument der Stärkung der GWG erneut anzuwenden. Wir beantragen, das Eigenkapital der GWG um 500.000 € aufzustocken, um der GWG ein noch größeres Engagement beim Bau von Sozial- und Seniorenwohnungen (in den Teilorten) zu ermöglichen.

Kulturelle Bildung:
Die VHS ist im Vergleich zu anderen Volkshochschulen klar unterfinanziert. Honorarkräfte arbeiten seit Jahren für die gleichen bescheidenen Vergütungen. Eine Erhöhung ist überfällig. Auch dem DAI wollen wir in schwieriger werdenden Zeiten mehr Unterstützung gewähren. Weitere Träger der kulturellen Bildung wie die Musikvereine in den Ortsteilen und Teilorten und der Zirkus Zambaioni verdienen nach unserer Ansicht mehr Unterstützung.
Bei der Musikschule halten wir eine Sanierung erst in den Jahren ab 2019 für viel zu spät. Es muss jetzt rasch die Frage beantwortet werden, ob das Gebäude sanierungsfähig ist. Wenn ja, wollen wir die Sanierung am bestehenden Standort deutlich früher als die Verwaltung vorschlägt in den Jahren 2017 und 2018. Bei der Stadtbücherei schlagen wir bereits im Jahr 2015 Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen in einer Größenordnung von 200.000 € vor.
Wir haben weiterhin beantragt, 80.000 € für stadtplanerische Maßnahmen in Stadtteil WHO (siehe auch unseren bereits gestellten Antrag), dazu die Vorbereitung des in der Sozialkonzeption empfohlenen Antrags auf Aufnahme von WHO in das Programm „Soziale Stadt“ in den Haushalt einzustellen.

KinderCard
Die Stadt wirbt richtigerweise massiv für Partner bei der KinderCard und schafft dafür eine Stelle. Da muss die Stadt aber auch mit gutem Beispiel vorangehen. Es ist ein Skandal, dass eine Schülermonatsfahrkarte für fast alle KinderCard-Kinder und Jugendliche 6 € mehr als für Erwachsene mit BonusCard (34,30 gegenüber 28,20 €) kostet. Das muss beendet werden. Man kann nicht immer nur von Teilhabe reden, man muss sie auch ermöglichen.

Weiteres in Kürze:
• Wir wollen eine Lösung für das Jugendcafe die deutlich besser ist, als das, was die Verwaltung vorschlägt. Deshalb haben wir 120.000 € mehr dafür beantragt.
• Wir glauben, dass die Städtepartnerschaften insbesondere mit Moshi und Villa El Salvador eine kontinuierliche Begleitung durch das Kulturamt benötigen. Wir beantragen deshalb die Befristung der bestehenden halben Stelle aufzuheben.
• Die Sozialkonzeption sieht aus unserer Sicht richtigerweise eine Stärkung der Stadtteiltreffs als einen wichtigen Eckpfeiler vor. Wir unterstützen den Antrag der AG Stadtteiltreffs, eine Stelle bei der Stadtverwaltung zur Unterstützung- und Koordination der Stadtteiltreffs zu schaffen. Wir schlagen vor, eine halbe Stelle zu schaffen.
• Der Sportplatz des TV Derendingen ist in sehr schlechtem Zustand und keineswegs weniger sanierungsbedürftig als die jetzt sanierten bzw. gebauten Plätze in Lustnau, Pfrondorf und Hirschau. Deshalb ist die Finanzierung im Finanzplanungszeitraum geboten. Wir haben Planungsgelder für 2015 und die Einstellung der Kosten für 2017 beantragt.
• Für die Turn- und Festhalle Lustnau besteht dringender Sanierungs- und Erweiterungsbedarf. Wir beantragen Planungsmittel für 2015.
• Wir wollen die Realisierung der Regionalstadtbahn. Eine stillschweigende Auflösung der hierfür geschaffenen Rücklage lehnen wir ab.
• Bei der Kunsthalle muss vor einer Erweiterung, die wir prinzipiell gutheißen, Klarheit über die Aufteilung der Kosten von Bau und Unterhalt zwischen Stadt und Stiftung hergestellt werden. Bis dahin beantragen wir einen Sperrvermerk für die vorgesehenen 1,7 Millionen Euro.
In der Summe ergeben unsere Annahmen und Vorschläge keine Mehrbelastung im städtischen Haushalt 2015. Im Finanzplanungszeitraum allerdings kann etwa die Sanierung der Musikschule auch die Notwendigkeit zusätzlicher Schulden in begrenztem Umfang mit sich bringen.

Dr. Martin Sökler
Fraktionsvorsitzender

05.02. 2015

 

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MITTWOCHSPALTEN

TüBus – Rabatt mit Kindercard

MITTWOCHSPALTE VOM 14. JANUAR 2014

Mit dem Bus aus der Südstadt zum Schwimmkurs ins Hallenbad Nord fahren? Einen Freund besuchen in einem anderen Stadtteil? Im Winter bei Schnee und Eis den Bus zur Schule nehmen? Das ist für die meisten Kinder in Tübingen möglich, wenn auch die Preise für Schülermonatskarten – 34,20 Euro, im Abo 28 Euro/Monat – viel zu hoch sind. Skandalös und unbezahlbar hoch sind diese Preise für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen. Auch für sie gelten die gleichen Preise, wenn sie nicht – wie die wenigsten Kinder in Tübingen – einen Schulweg länger als drei Kilometer haben. Das schließt sie von der Teilhabe an vielen Dingen aus. Erwachsene mit KreisBonusCard zahlen übrigens sechs Euro weniger.

Dass es sich dabei nicht um eine theoretische Betrachtung, sondern um ein reales Problem handelt, zeigt die große Untersuchung „Gute Chancen für alle Kinder – mit Familien aktiv gegen Kinderarmut“ vor gut einem Jahr. Bei der Frage nach fehlenden Angeboten in Tübingen lag die Klage über fehlende kostengünstige Angebote im ÖPNV auf Platz eins. 76 Prozent der aus eigener Erfahrung Berichtenden nannten diesen Punkt.

Mit der KinderCard hat die Stadt Tübingen ein hervorragendes Instrument entwickelt, benachteiligten Kindern Teilhabe in vielen verschiedenen Bereichen zu ermöglichen. Dafür gebührt insbesondere der Familienbeauftragten der Stadt, Frau Stauber, großer Dank. Jetzt gilt es, dieses Instrument noch mehr zu verbreiten. Damit Ermäßigungen für Kinder aus armen Familien flächendeckend beispielsweise in Musik- und Sportvereinen Einzug finden, wird Personal und Geld im städtischen Haushalt 2015 bereitgestellt.

Wenn wir aber die Tübinger Vereine auffordern, hier mitzumachen, dann müssen auch Stadt und Stadtwerke mit gutem Beispiel vorangehen. So ist es überfällig, auch Ermäßigungen für Hallenbad-Besuche und eben bei den Schülermonatskarten im Stadtverkehr einzuführen. Die SPD wird deshalb einen Antrag für den Haushalt 2015 stellen, der eine Ermäßigung für die Busmonatskarte auf 14 Euro/Monat für Kindercard-Inhaber ermöglicht.

Damit wird die Fahrkarte durch den im Hartz IV-Satz für Kinder für Verkehrsmittel vorgesehenen Betrag gerade gedeckt. Das sollte auch im wieder schwieriger gewordenen Haushaltsjahr 2015 möglich sein. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein gesundes und glückliches Jahr 2015.

Dr. Martin Sökler
Vorsitzender der SPD-Fraktion