Starke Teilorte!

MITTWOCHSPALTE VOM 19. FEBRUAR 2014

Sie war in den letzten Monaten und Jahren ziemlich kernstadtlastig, die politische Diskussion: Verkehrsführung und Zinserdreieck z.B., Europaplatz, Hotel, Güterbahnhof, Mensa, Campus und zuletzt der Schlecht-Saal. Sicher, alles auf der Tagesordnung, alles irgendwie richtig und notwendig. Es tut sich eben was. Es geht aber auch etwas hektisch zu. Gefahr, betriebsblind zu werden. Als sei das alles Selbstzweck.Ja, die SPD-Fraktion ist mit von der Partie. Aber man kommt ins Grübeln. Deshalb haben wir bei allen großen Vorhaben den Hauptakzent auf umfassende Bürgerbeteiligung gelegt. Wir brauchen nicht die vorzeigbare Bilanz, es geht darum, Leben und Chancen der Menschen in unserer Stadt zu verbessern.

Es wäre gut, einmal durchzuatmen, sich nichts Neues aufzuladen, die Finger zu lassen vom Facebook-Maschinchen, dafür zu sorgen, dass wir mit mehr Ruhe den städtischen Alltag leben können. Da hilft ein Blick über den kernstädtischen Tellerrand hinüber zum Kranz unserer schönen Teilorte. Was die Bürger dort zusammen mit ihren Ortsvorstehern und Ortschaftsräten geduldig über die Jahre erreicht (und dem Gemeinderat abgetrotzt) haben, verdient Respekt.

Wir schätzen die selbstbewussten Teilorte und wollen, dass sie auch in ihrer Infrastruktur als eigene Gemeinwesen erlebbar bleiben. Die Rathäuser mit den Verwaltungsstellen sind bürgerfreundliche Anlauforte für die Belange des Alltags; sie müssen Bestand haben. Soweit das möglich ist, wollen wir uns auch für die Sicherung und Wiederherstellung einer bedarfsgerechten Grundversorgung vor Ort einsetzen. Läden, Gaststätten, Arztpraxen sind über die Versorgung hinaus Orte der Begegnung. Eigenständigkeit und Gemeinsinn äußern sich in der Arbeit der Ortschaftsräte, in der Bereitschaft, dem Gemeinwesen in der örtlichen Feuerwehr zu dienen oder im lebendigen Vereinswesen. Es muss ein Anliegen der gesamten Stadt sein, dieses Engagement zu unterstützen.

Es lebt sich gut in den Teilorten, wohl auch etwas entspannter. Und näher an der Natur. Das ist die besondere Qualität. Unmittelbarer geht es zu. Lebendig mit Kindergärten und Schulen, lebendig mit älteren Menschen, die nahe ihren Angehörigen am angestammten Ort wohnen können, lebendig in den Kirchengemeinden, lebendig mit Angeboten des Sports, gut aufgestellt mit ordentlichen Feuerwehrhäusern und einladenden Räumen für die Vereine.

Meine Fraktion hat sich gekümmert. 1Mio für die GWG haben wir durchgesetzt, ein Grundstock zum Bau von Häusern des Betreuten Wohnens. Überfällige Projekte konnten wir vorziehen: Kinderhaus in Hagelloch z.B., Feuerwehrhaus und Kunstrasenplatz in Pfrondorf, Sportplatz in Bühl, Breitbandkabel für Bühl und Hirschau. – Wir machen uns stark. Für starke Teilorte.

Klaus te Wildt

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