Ein Konzertsaal für Tübingen II

Antrag der SPD-Fraktion vom 2. Februar 2014

Der Plan, einen Konzertsaal beim Museum in der Wilhelmstraße (zusammen mit einem größeren Wohn- und Geschäftshaus) zu errichten, hat sich zerschlagen. Die Herausforderung ist geblieben. Tübingen braucht einen Ort, wo sich das reiche und vielfältige Kulturschaffen insbesondere auf dem Gebiet der Musik einladend, funktionsgerecht und in zeitgemäßer Ausstattung präsentieren kann. So ist es auch in der mit breiter Beteiligung erarbeiteten Kulturkonzeption der Stadt als vordringlich beschrieben worden. In eigener Regie einen Konzertsaal zu bauen, ist vor allem finanziell eine sehr große Herausforderung für die Stadt. Wir wollen, dass diese Herausforderung auf der Tagesordnung bleibt.

Antrag:
Mit Zustimmung des Gemeinderats beauftragt die Verwaltung ein einschlägig qualifiziertes Fachbüro mit der Erhebung und Bewertung aller Daten und entscheidungsrelevanten Fakten, die für eine Projektierung vorliegen müssen.
Als wesentliche Größen für eine Entscheidungsfindung werden nach vorläufiger Abschätzung die folgenden Fakten zu erheben sein:

  • Bedarf
    Welche Bedarfe sind definitiv nicht gedeckt? – ist das Angebot im Umland ins Kalkül zu stellen? – Wie ist das Vorhandensein der bestehenden Räume in Tübingen zu gewichten? – Welche Veranstaltungen / Aufführungen können bisher nicht oder in der Präsentation nur sehr unterwertig angeboten werden?
  • Größe
    Wie ist die Größe, wie ist die Platzzahl bei Bejahung des Bedarfs zu bemessen? – Welche Bewertung erfährt in diesem Zusammenhang der bislang genutzte Bestand?
  •  Funktionsvielfalt
    Ist es vertretbar, einen reinen Konzertsaal zu bauen? – Empfiehlt sich bei Analyse des Bedarfs ein multifunktionaler Saal?
  • Ausstattung
    Wie muss ein für die Tübinger Zwecke bestimmter Saal ausgestattet sein; (z.B. bezüglich Technik, Backstagebereich)
  • Baukosten
    Unter Berücksichtigung einer Empfehlung nach Maßgabe der zu erhebenden Daten: Wie hoch werden die Baukosten zu veranschlagen sein?
  • Unterhalt, Laufende Kosten
    Unter Berücksichtigung einer Empfehlung nach Maßgabe der zu erhebenden Daten: Welcher jährliche Betriebszuschuss muss veranschlagt werden, welcher Subventionsbedarf?
  • Lage
    Zur Beurteilung gehört auch eine Aussage zu den infrage kommenden Standorten in der Stadt.

Finanzierung
Sobald und sofern verlässliche und nachvollziehbare Erhebungsdaten vorliegen, auf Basis derer der Bau eines Saals angezeigt oder vertretbar erscheint, erarbeitet die Verwaltung zusammen mit dem Gemeinderat ein Finanzierungsmodell für die Umsetzung einer ggfls. vorzunehmenden Planung.

Die Verwaltung wird in diesem Zusammenhang aufgefordert,

  1. sich zur Möglichkeit einer besonderen Rücklagenbildung zu äußern,
  2. zur Frage nach Gründung einer Bürgerstiftung Stellung zu nehmen.

 

Für die SPD-Fraktion

Klaus te Wildt

 

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