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AKTUELLES MITTWOCHSPALTEN PRESSEMITTEILUNGEN

Mittwochspalte vom 30. September

Auch diese Woche erreichen uns wieder Ausläufer der Hitzewellen aus dem Südwesten Europas. Mit Temperaturen bis zu 28 Grad Ende September werden die Folgen des Klimawandels für unsere Stadt einmal mehr offensichtlich. Trockenheit und neue Hitzerekorde haben uns allen persönlich, aber auch dem Stadtgrün und dem Wald, massiv zugesetzt. Als SPD-Fraktion haben wir uns besonders dafür eingesetzt, dem Thema Klimaanpassungsmaßnahmen in der Fortschreibung des Tübinger Klimaschutzprogramms angemessenen Raum zu geben. Und das ist – im Wortsinn – eine Gemeinschaftsaufgabe! Wir alle sind gefragt, über die eigenen Möglichkeiten nachzudenken. Mit einer Installation von PV auf dem Hausdach oder eines sog. Balkonkraftwerks für die Mietwohnung beginnt die Energiewende. Mit insektenfreundlicher Umgestaltung des Gartens der eigene Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Kleine Maßnahmen, für die es viel Beratung und Unterstützung, u.a. durch die Stadtverwaltung, gibt. Natürlich retten wir damit nicht das Weltklima. Dazu braucht es regional und global noch größere Anstrengungen.

Der Windkraft kommt darin als „Motor der Energiewende“ eine besondere Bedeutung zu. In der letzten Infoveranstaltung zum Windpark Rammert wurde u.a. der Flächenverbrauch in den vorgesehenen Waldstandorten kritisiert. Dabei wird die Leistungsfähigkeit von Windenergieanlagen meist ausgeblendet. So entspricht z.B. die Gesamtleistung eines Windrads der Stromerzeugung der ganzen 8 ha großen PV-Freiflächenanlage in den Tübinger Traufwiesen. Die positive Energiebilanz von Windrädern ist unbestritten, moderne Anlagen haben ihren eigenen CO2-Ausstoß bereits nach einem halben Jahr amortisiert, auch der schmerzhafte Verlust von Waldfläche wird durch ein Vielfaches an CO2-Einsparung kompensiert.  

Die Kritik an der Windparkplanung hat sich in letzter Zeit zunehmend auf das Thema „Wirtschaftlichkeit“ fokussiert.  Der aktuelle Bundesratsbeschluss stellt nun die finanzielle Förderung von Windkraftanlagen in windschwächeren Gebieten im Süden in Aussicht. Damit wäre die Wirtschaftlichkeit der im Rammert geplanten Anlagen weiter abgesichert. Alle anderen Kritikpunkte am geplanten Windpark müssen von den Genehmigungsbehörden sorgfältig geprüft und entschieden werden.

Die SPD-Fraktion steht zu den Beschlüssen im städtischen Klimaschutzprogramm und wird in der morgigen Gemeinderatssitzung dem Windpark Rammert zustimmen.

Ingeborg Höhne-Mack

SPD-Stadträtin