Emissionsfreier. Und sozial.

Mittwochspalte vom 23. August 2017

Alle reden gerade über E-Mobilität! Klar, Pedelecs und E-Bikes sind toll, aber nicht für jede/n, jedes Wetter und jeden Zweck geeignet. E-Autos wären wichtig als Alternative zum Diesel und könnten aufgrund des aktuellen Schlamassels gerade einen Aufschwung erfahren; aber: Neben viel mehr Verbindlichkeit auf Seiten des Bundes (hier hat Martin Schulz mit der Forderung nach einer Quote in Europa unlängst ein Ausrufezeichen gesetzt!) und des Landes (Kretschmann will auf den Diesel nicht verzichten, warum wohl?) fehlt es vor Ort an Ladestationen und zwar dort, wo die Tübinger wohnen; die wenigen Ladestationen befinden sich derzeit vor allem in der Peripherie oder bei den großen Discountern – es ist unrealistisch zu glauben, man könne auf diese Weise den Umstieg fördern.

In den vielen verdichteten Wohngebieten muss es in fußläufiger Entfernung Ladestationen geben für alle diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, in der eigenen (Tief-)Garage ihr Fahrzeug wieder aufzuladen. Hier sind die Stadtwerke gefordert.

Gefordert sind sie auch in Bezug auf die zügige Erneuerung der Busflotte – der Kauf von zwei Hybridbussen ist eine erste richtige Entscheidung weg vom Diesel, solange es keine E-Bus-Modelle auf dem Markt gibt, die auch bei Fahrten in die Nordstadt und zu den Kliniken eingesetzt werden können. Denn die Stickoxidbelastung in der Mühlstraße muss drastisch reduziert werden, um deren Sperrung abwenden, die ja ohnehin nur zu einer Verlagerung des Autoverkehrs Richtung Weststadt und Lustnau führen würde.

Die Regiostadtbahn ist und bleibt derzeit der einzige echte Befreiungsschlag zur Verringerung der Verkehrs- und damit Emissionsbelastung in Tübingen. Und es muss klar sein: Dies ist tatsächlich ein Projekt für die Region, vor allem auch für den Kreis Tübingen. Und deswegen fordern und brauchen wir in der Stadt ein klares Signal von Seiten der Kreisgemeinden, dass eine Co-Finanzierung über eine erhöhte Kreisumlage mitgetragen wird. Denn es sind ebenso die Kreisbewohner, die von diesem Angebot profitieren werden.

Bis dahin gilt es die Attraktivität des ÖPNV weiter zu erhöhen: Der SPD-Vorschlag für ein kostenfreies Stadtbusangebot abends und am Wochenende und die Entlastung von Nutzern mit geringem Einkommen liegt auf dem Tisch. Mit einem weiteren Antrag wird die SPD fordern, die Kosten für Schülermonatskarten auf Semesterticketniveau abzusenken und diese Gerechtigkeitslücke endlich zu schließen.

Ingeborg Höhne-Mack
SPD-Fraktion

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