Hören, fragen, mitschwätzen

MITTWOCHSPALTE DER SPD_FRAKTION VOM 26. September 2012

Vielleicht hat der Abriss der Ruine an der Blauen Brücke das Interesse geweckt. Jedenfalls ist Bewegung in die öffentliche Diskussion um die Entwicklung des Südlichen Stadtzentrums gekommen. Beispiel Europaplatz: Als Mitglied des Gemeinderats wird man jetzt häufiger darauf angesprochen, auf der Straße wie am Stammtisch. Da kriegt man allerdings einiges zu hören: Was habt ihr vor mit dem Europaplatz? Warum wird der überhaupt bebaut, ein Platz vor dem Bahnhof ist doch viel schöner. Ihr macht den Einzelhandel kaputt. Ihr liefert euch den Investoren aus. Wehrt sich denn keiner im Gemeinderat gegen die Verwaltungspläne. Sagt ihr zu allem Ja und Amen? Hört denn niemand auf das, was die Leute sagen?
Das schmerzt ein bisschen. Auch wenn man alles noch besser machen kann, Gemeinderat und Verwaltung haben viel getan, um mit Bürgerbeteiligung und öffentlicher Diskussion zu guten Lösungen zu kommen. Als der Planung neuer Schwung verliehen werden sollte, war es die SPD-Fraktion, die Anfang 2009 die Strukturierung der komplexen Aufgaben ebenso verlangte, wie eine breite öffentliche Beteiligung. Die Verwaltung hat das aufgegriffen. Wichtiger und ermutigender Auftakt war die Planungswerkstatt vom 16. Juli 2011 in der Aula Mensa Uhlandstraße. Die Arbeitsgruppen waren sich dort einig, den 1. Preis des Städtebaulichen Wettbewerbs für eine Bebauung des Europaplatzes aus den Neunzigerjahren der weiteren Planung zugrunde zu legen. Der Gemeinderat hat dies vor einem Jahr bestätigt. Ja, ein gestalteter Platz vor dem Bahnhof ohne Bebauung wäre auch was Schönes. In dem langen Prozess mit stadtplanerischem Wettbewerb und Bürgerbeteiligung ist man aber zur Bebauungsentscheidung gekommen. Das gilt, so geht Demokratie. Dass ohne Grundstückserlöse kein ordentlicher Busbahnhof finanziert werden kann, sei nur nebenbei bemerkt.
Nein, der Gemeinderat nickt nicht ab, er macht es sich tatsächlich schwer und bildet sich nicht ein, alles besser zu wissen. Bürgerbeteiligung funktioniert: Vier Runde Tische (Europaplatz, Busbahnhof, Zinserdreieck, Altstadt) erarbeiten ernst, sachkundig und konstruktiv ihre Vorschläge. Es wäre blöd, den Ideenreichtum nicht zu nutzen. Wir denken, das ist es, was erwartet wird.
Nun die herzliche Bitte: Kommen Sie und machen Sie mit! Am Dienstag, 9. Oktober findet eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Entwicklung des Südlichen Stadtzentrums statt. 19.00 Uhr in der Aula der Mensa Uhlandstraße. Hingehen, hören, fragen, mitschwätzen!

Klaus te Wildt

 

Inklusion an Tübinger Schulen und Kindertageseinrichtungen

Antrag der SPD-Fraktion vom 21.09.2012
Bezug: Bericht über die Umsetzung des Handlungskonzepts Barrierefreie Stadt Tübingen 208/2012 und Bildungsbericht 2007-2011

Die Verwaltung berichtet detailliert, wie Inklusion in den Tübinger Schulen und Kindertageseinrichtungen umgesetzt und gelebt wird.

  1. Wie sieht Inklusion von Kindern und Jugendlichen 2012 in Tübingen  konkret aus?
  2. Welche weiteren Maßnahmen sind für die die umfassende Umsetzung der Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädaogischem Förderbedarf notwendig? Welche Mittel stehen hierfür aus welchen Quellen (Landkreis, Land,…) zur Verfügung?

Begründung:
Der Bericht über die Umsetzung des Handlungskonzepts Barrierefreie Stadt Tübingen nennt die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf, die zurzeit in Tübinger Schulen und Kindertageseinrichtungen integrativ und inklusiv unterrichtet und betreut werden. Er weist aber auch auf bestehende Probleme im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Landkreis und der Fortbildung der Integrationskräfte, der Erzieher/innen und Lehrer/innen hin. Um weitere Verbesserungen anzugehen, ist eine tiefergehende Analyse erforderlich.

Andrea Le Lan
SPD-Fraktion