Die Stärken nutzen!

MITTWOCHSPALTE VOM 1. SEPTEMBER 2010

Mit der Ferienzeit geht die Sommerpause des Gemeinderats zu Ende. Es wird ernst, die Haushaltsspielräume sind eng. Die SPD stellt sich der Situation auch mit Blick auf die soziale Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generation. Wir wollen unseren Kindern keine Schuldenberge hinterlassen. Wir stellen uns auch der Kritik. Feige sich aus der Verantwortung zu stehlen (wie es die Linke mit frappierender Rücksichtslosigkeit tut), ist nicht unsere Sache, dafür sind wir nicht gewählt.
Jeder Euro, den die Stadt ausgibt, ist von Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet, auch jeder Euro für Zins und Tilgung. Unsere Pflicht ist es, die Mittel verantwortungsbewusstl einzusetzen. Klar, für die SPD stehen Bildung, Betreuung und Teilhabe vorn. Andere haben andere Schwerpunkte. Völlig in Ordnung. Aber von nichts kommt nichts. Das wirtschaftlich schwache Tübingen muss seine Stärken ausbauen. Da ist das Agieren der CDU (bis hin zu UFW und W.U.T.) dann doch seltsam. Man denkt, dort sei das Engagement für Wirtschaft, Handel und Gewerbe besonders ausgeprägt. Fehlanzeige. Neulich ein Termin für die Reutlinger und Tübinger Gemeinderäte. Die Städte haben eingeladen. OB Bosch, OB Palmer, Firmengründer. Zu der ausgezeichneten Veranstaltung der Technologieförderung RT-TÜ kommen aus Tübingen fünf Vertreter der SPD, von der doppelt so starken AL-Fraktion immerhin zwei. Alle anderen Fraktionen glänzen durch Abwesenheit. Man wundert sich.
Treppe Mühlstraße. Tübingen macht Punkte durch Lage und Stadtbild, zieht Gäste an, die Geld da lassen. Die Attraktivität der Stadt ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann, auch mit Blick auf den städtischen Haushalt. Gelungen die Aufwertung der Mühlstraße. Die Schlie¬ßung der Lücke mit einer Treppe samt Erschließung des vernachlässigten Grünzugs (und nur des Grünzugs!) oberhalb der Mauer setzt einen neuen Akzent. Ziel: Stadtbildpflege, Tourismusförderung. Die CDU will nicht, sie will die Wunde möglichst lange offen halten. Opportunismus? Will man dem OB die Suppe versalzen? – Sehr merkwürdig auch die (teuren) Aufzugswünsche. Warum dem Handel doch irgendwie verpflichtete Fraktionen die Leute möglichst rasch an der Einkaufsstraße Neckargasse vorbei auf den Schulberg katapultieren wollen, verstehe wer will. Man wundert sich. Und schafft weiter. Für die Stadt.

Klaus te Wildt
SPD-Fraktion