Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer

Die SPD-Fraktion unterstützt Brigitte Russ-Scherer.

Eine Stadtverwaltung mit weit mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer Stadt zu leiten, die über wenig Geld verfügt und in der es viele, höchst widerstreitende Interessen auszugleichen gilt, ist keine einfache Aufgabe. Dazu bedarf es eines gehörigen Maßes an Stehvermögen und dazu braucht man Durchsetzungskraft. Brigitte Russ-Scherer hat diese nicht einfache Aufgabe in den letzten 7 ½ Jahren mit großem Einsatz und mit viel Erfolg gemeistert.
Die Bilanz kann sich sehen lassen. Sie musste freilich hart erarbeitet werden, zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, mit dem Gemeinderat und mit vielen anderen Akteuren in der Stadt.

Entscheidungen, die anfangs umstritten waren, sind inzwischen zu wahren Erfolgsgeschichten geworden. An die dornigen Anfänge erinnert man sich nicht mehr. Dass man sich beim Durchsetzen solcher, nicht von allen begrüßten, am Ende aber allgemein anerkannten Entscheidungen nicht immer nur Freunde macht, ist auch klar. Das gehört zum Geschäft, in der Kommunalpolitik muss man damit leben. Wer davor zurückschreckt, wird kaum etwas bewegen und erst recht wenig verändern.

Wir schätzen und unterstützen Brigitte Russ-Scherer, weil sie offen, ehrlich und direkt sagt, was sie denkt und wofür sie steht und weil wir wollen, dass sie ihre erfolgreiche Arbeit für Tübingen fortsetzen kann.

Brigitte Russ-Scherer in Weilheim

Brigitte Russ-Scherer in Weilheim

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Tübinger Kulturleben und AfroBrasil

Leserbrief vom 23. September 2006

Es ist erfreulich, dass sich die BI Kultur & Nightlife gegründet hat. Erst recht, weil es junge Leute sind, die ihr Interesse selbst in die Hand nehmen. Die SPD-Gemeinderatsfraktion steht gerne als kommunalpolitischer Ansprechpartner für das Anliegen zur Verfügung. Es ist aber doch etwas richtig zu stellen. Der zuletzt in Leserbriefen artikulierte Vorwurf an die Stadt, sie habe die Abwanderung von AfroBrasil zu verantworten, geht ins Leere. Richtig ist vielmehr, dass sich sowohl die Oberbürgermeisterin als auch der damalige Erste Bürgermeister Gerd Weimer sehr um den Verbleib des Festivals und um einen Interessenausgleich bemüht haben. Indessen hat das Verwaltungsgericht Sigmaringen gesprochen. Auf die Klage von Anwohnern wurde ein so niedriger Musikpegel vorgeschrieben, dass das Veranstaltungskonzept nicht mehr aufging. Nur deshalb ist AfroBrasil abgewandert.

Martin Rosemann

Erfolgreiche Arbeit fortsetzen

Mittwochspalte vom 13. September 2006

In erstaunlich klaren Worten war von Seiten der politischen Mitbewerber in den letzten Wochen an dieser Stelle Lobendes zur Bilanz des in den letzten Jahren für unsere Stadt Erreichten zu lesen. In der Tat, was in den vergangenen acht Jahren erreicht wurde, lässt sich sehen. Vom vorbildlichen Ausbau der Kinderbetreuung über den Aufbau der Bürgerbeteiligung zur Etablierung zahlreicher Ganztagesschulangebote, von einem qualitativ bedeutendem Fortschritt in der Stadtentwicklung bis zu den Neuanfängen bei den Kultureinrichtungen (z.B. Zimmertheater und Stadtmuseum), von der erstmals von Erfolg geprägten Zusammenarbeit mit der Universität bis zur Schaffung und Bewahrung von Arbeitsplätzen.
Tübingen ist ein bedeutender Sportstandort geworden, wer hätte das noch vor fünf Jahren geahnt. Und das alles bei eher knappen Kassen. Das Tagblatt hatte seinerzeit richtig getitelt: „Keiner macht so viel aus so wenig.“ Gemeint war Brigitte Russ-Scherer. In der Tat, sie hat Anstöße gegeben, Ideen geliefert, Weichen gestellt und den Entscheidungen des Gemeinderats zur Verwirklichung verholfen.
Gelegentlich hat man der SPD-Fraktion geraten, sich gegen die Oberbürgermeisterin zu profilieren. Nein, die Tübinger SPD hat sich immer große Mühe gegeben, kommunalpolitische Zielsetzungen zu formulieren und umzusetzen. Wir sind glücklich, dass sehr viel von dem, was wir für Tübingen angestrebt haben, in der Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats und mit der Verwaltung verwirklicht werden konnte. Profil hin, Profil her, am Ende geht es um das Wohl der Stadt. Dafür und nur dafür sind wir Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gewählt.
Alles politische Wollen geht aber ins Leere, wenn die Verwaltung, die die Beschlüsse umzusetzen hat, nicht mit Tatkraft, mit Beharrlichkeit und mit Effizienz ans Werk geht. Heute wissen alle in Tübingen , dass Brigitte Russ-Scherer eine unermüdliche Schafferin ist. Dabei ist sie sich ihrer sozialen Verantwortung immer bewusst. Ob es, wie zuletzt, um ihren Einsatz für den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma Walter Maschinenbau geht oder für die von Abschiebung bedrohter Familien, die Oberbürgermeisterin „hängt sich rein“.
Wenn man sich umhört, ihr Stehvermögen und ihre Beharrlichkeit haben allgemeine Anerkennung gefunden. Anfangs Umstrittenes ist zur Erfolgsgeschichte geworden, an den dornigen Beginn erinnert man sich nicht mehr. Einfach ist ihre Aufgabe wirklich nicht Dass man sich beim Durchsetzen der einen oder anderen Entscheidung nicht immer nur Freunde macht, ist auch klar. Das gehört zum Geschäft, in der Kommunalpolitik muss man damit leben. Wer davor zurückschreckt, wird kaum etwas bewegen.
Ohne wenn und aber: Wir schätzen und unterstützen Brigitte Russ-Scherer, weil sie enorm tüchtig ist und ehrlich sagt, was sie denkt und wofür sie steht. Wir wollen, dass sie ihre erfolgreiche Arbeit für Tübingen fortsetzen kann.

Erika Braungardt-Friedrichs

Presse und Realität

Aus gegebenen Anlässen hier in Auszügen ein schönes Fundstück:

Presse und Realität
VON IGNAZ WROBEL

Man könnte glauben, die Ereignisse geschähen und glitten dann automatisch in die Zeitung hinüber, von der Wirklichkeit in die Presse, von der Realität in die Wiedergabe. Das ist nicht richtig. ….

Weit entfernt, etwa die Nachrichten von Ereignissen möglichst so wiederzugeben, wie sie geschehen sind, die Wiedergabe also möglichst der Wahrheit anzunähern, ist das Bestreben aller Fachleute darauf gerichtet, die Wiedergabe organisatorisch und pressetechnisch so zu gestalten, daß man sie für die Wahrheit ansieht. ….

Wesentlich an einer Zeitung ist zunächst und vor allem, was sie bringt, und was sie nicht bringt. Niemand wird annehmen, daß täglich stets grade so viel geschieht, wie in sechzehn Seiten hineingeht – aber fast jeder wird annehmen, daß da das Wesentlichste, gewissermaßen der Extrakt aller täglichen Geschehnisse, zu lesen sei. Ich glaube nicht, daß das der Fall ist. Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch. Jede Zeitung hat eine Reihe Personen, Dinge, Interessenssphären, die tabu sind – von ihnen wird niemals, weder im guten noch im bösen Sinne, gesprochen. ….

Es muß einer sehr stark sein, wenn man ihn nicht totschweigen kann. ….

Der Redakteur bekommt mit der Zeit den Größenwahn. Besonders der beschränkte, der nicht sieht, daß er nur Handwerkszeug Größerer, hinter ihm Stehender ist. Er hat im Laufe der Jahre gelernt, daß das, was er nicht drucken läßt, für Hunderttausende nicht existiert – daß das, was er den Leuten mit der Papageientaktik in die Köpfe lärmt, für sie im Mittelpunkt der Erde steht. Er wird also immer mehr auf die Wirkung als auf die Wirklichkeit sehen.
Der Leser vertraut der Presse blind, weil ihn seine Zeitung ja nicht über sein eigenes Wesen aufklärt und weil eine andre Einwirkung auf die Öffentlichkeit gegen die Presse nur sehr, sehr schwer ist. Die Wirkung auf den Leser wird in fast allen Fällen die gewünschte sein. Das Korrektiv mehrerer Zeitungen leisten sich außer den Fachleuten nur wenig Menschen – und so entsteht ein Weltbild, wie es entstehen soll, nicht, wie es ist. …….

Kurt Tucholsky als Ignaz Wrobel, am 13. 10. 1921 in der Weltbühne (Nr. 41, Seite 373)

KtW