Boris Palmer und der Golfplatz

Leserbrief auf die Berichterstattung im Tagblatt vom 31.Juli 2006 zum Golfplatz in Kressbach

Im Wahlkampf ist ja mit vielem zu rechnen. Dass aber jemand, der Verwaltungschef und Vorsitzender eines demokratischen Gremiums werden will, geschwind auf die Bühne tritt und mit zwei Sätzen einen jahrelangen Planungs- und Abwägungsprozess für irrelevant erklärt, ist bemerkenswert und düpiert alle, die sich nach bestem Wissen und Gewissen den Kopf zerbrochen haben. Bauverwaltung, Gemeinderat und Fachbehörden (Regierungspräsidium, Landratsamt) haben sich wieder und wieder mit der Golfplatzplanung befasst und pflichtgemäß wieder und wieder die Argumente und Gesichtspunkte abgewogen. In einem langen, gründlichen verfahrenstechnischen und demokratischen Prozess wurde ein Ergebnis gefunden. Die nachvollziehbaren Interessen von Anwohnern mussten am Ende (durchaus mit Bedauern) hinter den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes zurückstehen. Nicht die jetzt auf den Weg gebrachte Planung bewirkt einen massiven Eingriff in die Landschaft, sondern die von Boris Palmer aufgegriffene. Ein rechtzeitiger Blick in die Unterlagen hätte sehr helfen können.

Klaus te Wildt

Bleiberecht für Familie Akasche

Seit einem Jahr ist eine der Akasche-Töchter Auszubildende für den Beruf der Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten (PKA) in der gleichen Apotheke, in der ich als angestellte Apothekerin berufstätig bin. Schon als Praktikantin hat sie sich hoch motiviert in die Apothekenteamarbeit eingefügt. Mit Bedauern und großem Unverständnis erfuhren Apothekenleiter und -team, dass der jungen Frau die ihr angebotene Ausbildungsstelle zur PKA vom Regierungspräsidium nicht genehmigt wurde, obwohl das Verwaltungsgericht Sigmaringen schon damals festgestellt hatte, dass ihr die Chance einer Berufsausbildung gewährt werden müsse. Dank der entschlossenen und auch rechtlich weitsichtigen Intervention von unserer Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer konnte die junge Frau dann doch ihre Ausbildung beginnen. Auch in der Gewerblichen Berufschule, in der ich viele Jahre lang das Unterrichtsfach Pharmazie für PKA unterrichtete – in diesem Sommer vertretungsweise unter anderem in der Klasse von Frau Akasche –, ist sie von mir als ausgesprochen gute Schülerin wahrgenommen worden. Ich kann mich nur den Worten des Mädchentreff e.V., Tübingen anschließen und sagen: „Tübingen kann sich glücklich schätzen, die Familie Akasche dauerhaft in ihre Stadt aufzunehmen.“

Irmgard Rittberger-Rückert , Apothekerin und Mitglied des Gemeinderats

Ortsbesichtigung vhs

Volkshochschule Tübingen

Die SPD-Fraktion hat vor ihrer Sitzung am 20.07.2006 den Dachstuhl des Gebäudes der Volkshochschule Tübingen in der Katharinenstraße besichtigt. Dach, Gauben, Ziegel, Gebälk sind an vielen Stellen in einem alarmierenden Zustand. Der Sanierungsbedarf ist eklatant. Und teuer. Die VHS wird die notwendige Sanierung schwerlich allein bewältigen können.
Die SPD-Fraktion nimmt sich der Sache an. Wir haben nachgefragt: Das Problem ist der Verwaltung bekannt. Die Überlegungen sind in einem noch frühen Stadium. Der Wille, in durchaus überschaubarer Zeit eine Lösung zu finden, wurde aber deutlich zum Ausdruck gebracht.
Wir bleiben am Ball.

(KtW)

Lustschloss in der Weststadt?

Mittwochspalte vom 19. Juli 2006

Am Montag waren sowohl der Planungs- als auch der Kultur-, Schul-, und Sportausschuss zum Ortstermin in der Weststadt. Es ging vom Pausenhof der Albert-Schweizer-Realschule und der Hauptschule Innenstadt auf das Hahnsche Gelände direkt nebenan. Anlass war das lange (seit 17 Jahren!) geplante und versprochene Kleinspielfeld für die Weststadt.
So schön ein solcher Ortstermin im Vergleich zum stickigen Sitzungssaal auch ist, nötig wurde er nur, weil die Baubürgermeisterin sich mit dem von der gesamten übrigen Stadtverwaltung vorgeschlagenen Kleinspielfeld nicht anfreunden will. Ihre nicht ganz nachvollziehbaren Bedenken: Man solle die Optionen an dieser Stelle offen lassen. – Als würden sie durch ein Kleinspielfeld ein für allemal verbaut.
Ideen, was statt des Kleinspielfelds auf dem Hahnschen Gelände entstehen soll, mag Frau Schreiber haben. Wie viel Geld dafür in die Hand genommen werden müsste, weiß sie dagegen nicht. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kreativität der Baubürgermeisterin in diesem Fall eher darauf gerichtet ist, Luftschlösser zu bauen. Das Uhlandgymnasium müsste noch heute auf den Erweiterungsbau warten, wenn sie dort ihre Träume hätte weiterspinnen können.
Besonders ärgerlich ist das alles, weil das Gelände mitsamt seinem Gebäude auf Beschluss des Gemeinderats eigens gekauft wurde, um an dieser Stelle nun endlich und tatsächlich das Kleinspielfeld in der Weststadt für die Kinder und Jugendlichen zu bauen. Planungsrechtlich ist für das Grundstück eine Nutzung für den Sport und die Schulen vorgesehen. Dies gilt es nun umzusetzen!
Die SPD-Fraktion setzt sich für die Herstellung eines anständig bemessenen Kleinspielfelds auf dem Hahnschen Gelände in direkter Nachbarschaft zum Pausenhof der Weststadtschulen ein. Wir schließen uns den Forderungen dieser Schulen, der Pädagogen, vieler Weststadtbewohner und auch denen des Jugendgemeinderates an und fordern eine sofort finanzier- und realisierbare Sportfläche für die Kinder und Jugendlichen dieses Stadtteils.
Den Abriss des an dieser Stelle stehenden Gebäudes nehmen wir in Kauf. Das ist ein völlig normaler Vorgang. Das Gebäude hätte übrigens einen erheblichen Sanierungsbedarf. Die Kosten dafür sind unabsehbar hoch und im Vergleich zum dringend benötigten Sportfeld ist ein zwingender Verwendungszweck für das Gebäude weder erkennbar noch von Frau Schreiber nachvollziehbar dargetan.
Der Erhalt des Gebäudes als Selbstzweck ist also mit der SPD nicht zu machen. Ein Lustschloss ist bei der vielen heißen Luft nicht in Sicht. Dagegen gilt es nun die Chance zu nutzen, damit in der Weststadt lustvoll und an der frischen Luft gespielt und gesportelt werden kann!
P.S.: Haben wir uns getäuscht? Oder schleicht sich die CDU nach 17 Jahren tatsächlich vom Acker und lässt die Weststadtschulen im Stich?

Hannah Tiesler